Paul Van Tigchelt ist derzeit Abgeordneter der oppositionellen flämischen Liberalen im belgischen Bundesparlament. Er begann seine Karriere bei der Staatsanwaltschaft Antwerpen und ging dann nach Brüssel, wo er OCAD gründete, das belgische Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse. Von der Justiz ging er für die Liberalen (früher Open VLD, heute Anders) in die Politik. In der vorherigen Regierung war Van Tigchelt Justizminister.
Der ehemalige belgische Justizminister Paul Van Tigchelt verlässt die nationale Politik und wechselt in die Privatwirtschaft
Er folgte in diesem Amt Vincent Van Quickenborne nach, der nach dem Terroranschlag auf schwedische Fußballfans in Brüssel zurückgetreten war. Paul Van Tigchelt verlässt die aktive Politik und wird Geschäftsführer des Rechtsdienstleisters Modero.
Bereits vor seiner Ministerzeit sammelte Paul Van Tigchelt politische Erfahrung: Von 2003 bis 2008 war er im Kabinett des damaligen Innenministers Patrick Dewael tätig und von 2020 bis 2023 stellvertretender Kabinettschef von Justizminister Van Quickenborne.
Langjährige Erfahrung im Justizwesen
Vor allem aber blickt er auf eine lange Karriere im Justizwesen zurück. Er war als Richter bei der Staatsanwaltschaft Antwerpen und der Generalstaatsanwaltschaft Antwerpen tätig und leitete von 2016 bis 2020 das belgische Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse (OCAD).
Van Tigchelt führte die OCAD in einer sehr turbulenten Zeit. Nach den Anschlägen in der französischen Hauptstadt Paris Ende 2015 musste er sich mit den Terroranschlägen am Flughafen Zaventem und der Metrostation Maalbeek im März 2016 auseinandersetzen. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die sogenannte OCAD-Liste erstellt wurde – eine Datenbank mit Namen und Informationen über potenziell gefährliche Personen oder Gruppen in Belgien, die permanent überwacht und gescreent werden.
Von Mechelen ins Parlament
Als Abgeordneter wird Paul Van Tigchelt von dem 30-jährigen Arthur Orlians aus Mechelen abgelöst. Orlians ist in Mechelen aktuell noch Stadtrat für Stadtrat für Wohnungsbau, Klima und Energie, Landwirtschaft, Kulturerbe, Gebäude, Rechtsangelegenheiten und Friedhöfe. Zuvor war er Sprecher seines Parteikollegen Bart Somers, dem Bürgermeister seiner Stadt.
„Ich habe mich bewusst dafür entschieden, mein Schöffenamt nicht mit meinem Mandat im Bundesparlament zu verbinden“, sagte Orlians: „Die Herausforderungen in der Kammer sind groß und ich möchte mich voll und ganz der Oppositionsrolle der Anders-Fraktion widmen können.“
