Am Ende eines nervenaufreibenden Fußballabends durfte Club Brügge doch noch seinen 20. Meistertitel feiern. Beim KV Mechelen verspielten die Brügger zwischenzeitlich eine Führung, während parallel auch Titelkonkurrent Union Saint-Gilloise in Gent um jeden Punkt kämpfte. Erst nachdem ein spätes Union-Tor aberkannt wurde, war der Meistertitel gesichert.
Nach dem 5:0-Kantersieg gegen Union Saint-Gilloise am vergangenen Wochenende hatte Brügge den Titelgewinn praktisch selbst in der Hand. Trainer Ivan Leko vertraute erneut derselben Startelf wie im Spitzenspiel gegen den direkten Konkurrenten.
Die Ausgangslage war klar: Mit einem Sieg in Mechelen wäre Brügge sicher Meister. Bei jedem anderen Ergebnis musste man auf das Parallelspiel von Union Saint-Gilloise in Gent schauen.
Brügge übernahm von Beginn an die Kontrolle. Carlos Forbs brachte die Gäste früh scheinbar in Führung, doch Hans Vanaken stand beim Angriff knapp im Abseits. Anschließend musste Mechelens Torwart Ortwin De Wolf mehrfach eingreifen, zunächst gegen Vetlesen und später gegen Stankovic. In der 17. Minute war dann aber auch er geschlagen: Nach einem starken Zusammenspiel mit Tresoldi schob Christos Tzolis den Ball sehenswert zum 0:1 ins Netz.
Erneut war Tzolis einer der auffälligsten Brügger. Der Grieche brachte seine Mannschaft nicht nur in Führung, sondern leitete auch den zweiten Treffer entscheidend mit ein. Mit der Führung im Rücken kontrollierte Brügge die Partie weitgehend souverän. Mechelen brachte offensiv kaum etwas zustande, sodass bei den Gästen schon früh das Gefühl entstand, den Titel fest im Griff zu haben.
Bangen nach der Pause
Doch kurz nach dem Seitenwechsel begann das Zittern. Mechelen kam deutlich mutiger aus der Kabine und nutzte seine erste große Möglichkeit sofort. Van Brederode kam nach einem Zuspiel von Schoofs zum Abschluss, der Ball wurde leicht abgefälscht und rutschte unter Van den Heuvel hindurch zum 1:1 ins Tor.
Die Gastgeber drängten nun stärker nach vorne und reklamierten wenig später einen möglichen Handelfmeter nach einem Kontakt mit Seys. Schiedsrichter Wesli De Cremer ließ jedoch weiterspielen und praktisch im Gegenzug schlug Brügge eiskalt zu. Tzolis bediente Tresoldi am Strafraumrand und der Stürmer vollendete souverän zum 1:2.
Allerdings verpasste es Brügge danach mehrfach, die Partie endgültig zu entscheiden. Genau das sollte sich in der Schlussphase rächen. In der 87. Minute brachte Van Brederode einen Eckball gefährlich vors Tor, Van den Heuvel griff daneben und der Ball flog direkt zum 2:2 ins Netz.
Damit begann das große Zittern: Während sich am Spielstand in Mechelen nichts mehr änderte, wartete Brügge gespannt auf Nachrichten aus Gent. Als dort plötzlich die Meldung eines Treffers von Union Saint-Gilloise die Runde machte, machte sich bei Spielern und Fans kurzzeitig Unruhe breit. Wenige Augenblicke später folgte jedoch die Erlösung durch den VAR: Der Treffer zählte nicht.
Alle Blicke auf Union
Nach dem Schlusspfiff in Mechelen richteten sich alle Blicke endgültig nach Gent. Erst als feststand, dass Union Saint-Gilloise nicht mehr treffen würde, konnte die Meisterfeier beginnen.
Club Brügge sicherte sich damit nicht nur den 20. Meistertitel der Vereinsgeschichte, sondern auch die direkte Qualifikation für die Champions League. Ab der kommenden Saison wird ein zweiter Stern über dem Vereinslogo stehen.
