Das historische Amerikanische Theater in Brüssel (Fotos) soll in ein flämisches Kulturzentrum umgewandelt werden. Die flämische Landesregierung hat das Gebäude für 99 Jahre gepachtet. Die flämische Kulturministerin Caroline Gennez (Vooruit, flämische Sozialisten) und ihre Koalitionskollegin Cieltje Van Achter (N-VA, flämische Nationaldemokraten), zuständig für Medien und Brüsseler Angelegenheiten, gaben die Pläne diese Woche bei einem Besuch des ehemaligen Expo-58- und VRT-Gebäudes bekannt.
Bauwerk für die Expo ’58: Das Amerikanische Theater wird flämisches Kulturzentrum in Brüssel
Die Übertragung des Pachtvertrags wurde Anfang der Woche vom Brüsseler Stadtrat genehmigt. Die Ministerinnen sehen großes Potenzial für das Gelände im Ossegem-Park in Laken, in der Nähe der Gemeinden Meise, Grimbergen und Vilvoorde in Flämisch-Brabant.
Das Amerikanische Theater wurde für die Expo ‘58 auf dem Heysel-Plateau errichtet und wurde zunächst als US-Pavillion genutzt. Danach wurde es lange vom flämischen öffentlich-rechtlichen Sender VRT (früher BRTN) für Konzerte, Aufnahmen und Produktionen gebraucht, bis es 2012 geräumt wurde. Seitdem steht es leer.
Laut der flämischen Landesregierung soll das vernachlässigte Gelände jetzt zu einem „flämischen Kulturzentrum in Brüssel“ umgestaltet werden. Eine Machbarkeitsstudie ergab erhebliches Potenzial für das Gebäude, allerdings sind zunächst umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich.
Das Kabinett von Kulturministerin Gennez investiert jährlich über 2,5 Mio. € in mehreren Phasen, um das Gelände wiederzubeleben. In der Zwischenzeit plant die Regierung, das Gebäude vorübergehend zu öffnen, damit Organisationen mögliche Funktionen und Partnerschaften testen können, bevor langfristige Entscheidungen getroffen werden.
"Das Konzept muss überzeugen"
„Wesentliche Entscheidungen über Investitionen in die Sanierung können erst nach dieser Phase getroffen werden“, so die Ministerinnen. „Das Konzept muss künstlerisch überzeugend, aber auch zukunftsorientiert und wirtschaftlich tragfähig sein. Langfristig könnte das Gebäude unter anderem Raum für Auditorien, Proben- und Produktionsräume, Ateliers, Künstlerresidenzen, öffentliche Veranstaltungen und Gastronomie bieten und künstlerischen und wirtschaftlichen Partnern als Heimat dienen“, erklärten Gennez und Van Achter.
Van Achter erklärte, das Gelände biete „alles, um sich zu einem pulsierenden flämischen Kulturzentrum in unserer Hauptstadt zu entwickeln“. Das Projekt werde schrittweise durch temporäre Nutzung, weitere Forschung und Partnerschaften realisiert.
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