Belgien bleibt in der Eurozone weiterhin das EU-Land mit dem höchsten Haushaltsdefizit. Das geht aus der jährlichen Prognose hervor, die die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel vorgelegt hat.
EU-Kommission: Belgien hat das höchste Haushaltsdefizit in der Eurozone
Die Kommission geht davon aus, dass sich das Haushaltsdefizit in Belgien im laufenden Jahr bei 5,2 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) stabilisieren wird. Damit bleibt Belgien Schlusslicht in der Eurozone, knapp hinter Frankreich mit 5,1 %.
Die Stabilisierung hängt nach Berechnungen der Europäischen Kommission damit zusammen, dass zusätzliche Ausgaben für Verteidigung und die Zinslasten durch Ausgabenkürzungen unter anderem durch die Rentenreform und die Reform beim Arbeitslosengeld ausgeglichen werden.
Laut der Kommission wird auch die belgische Staatsverschuldung weiter steigen, von 107,9 % des BIP im letzten Jahr auf 110,5 % in diesem Jahr und 112,8 % im Jahr 2027.
Für das nächste Jahr wird damit gerechnet, dass das Defizit in Belgien auf 5,4 % des BIP wachsen wird. Dann wird das Defizit in Frankreich allerdings noch höher liegen, so die Prognose, und zwar bei 5,7 %. Außerhalb der Eurozone haben Ungarn, Polen und Rumänien ein noch höheres Haushaltsdefizit. In zwei Wochen will die Kommission Vorschläge zur Verringerung des Defizits vorlegen.
Wirtschaftswachstum
Die belgische Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich um 0,7% wachsen und damit unter dem Durchschnitt der Eurozone liegen. EU-weit wird die Wirtschaft um 1,1 % wachsen. Das ist weniger als erwartet, doch laut EU-Kommission sind die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten nach wie vor begrenzt. Die Inflation steigt allerdings auf 3,4 %.
