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Ausland
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Nach 25 Jahren identifiziert: Polizei fasst Verdächtigen im Fall des „Mädchens aus dem Main“ 

Fast 25 Jahre lang war sie nur als das „Mädchen aus dem Main“ bekannt: Nun konnte die deutsche Polizei die 2001 ermordete und in Frankfurt aufgefundene Jugendliche dank der Interpol-Kampagne „Identify Me“, an der auch Belgien beteiligt ist, identifizieren. Bei dem Opfer handelt es sich um die 16-jährige Diana S. Besonders brisant: Ihr Vater wurde inzwischen unter Mordverdacht festgenommen.

Hanne Decré Anne Mettlen
Veröffentlicht:

Am 31. Juli 2001 hatten Passanten den leblosen Körper des Mädchens im Main in Frankfurt am Main entdeckt. Die Jugendliche war misshandelt und ermordet worden. Wer sie war und wer für ihren Tod verantwortlich sein könnte, blieb jahrzehntelang ungeklärt.

Das änderte sich erst im Oktober 2024, als der Fall in die Interpol-Kampagne „Identify Me“ aufgenommen wurde. Mit der Initiative versuchen Polizeibehörden in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden, bislang nicht identifizierte Frauen zu identifizieren, die vermutlich Opfer eines Gewaltverbrechens wurden.

Im Fall des „Mädchens aus dem Main“ gingen daraufhin mehrere Hinweise aus der Bevölkerung ein, die schließlich zur Identifizierung führten. Am 12. Mai wurde zudem der 67-jährige Vater der Jugendlichen festgenommen. Gegen ihn besteht Mordverdacht.

„Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren. Weitere Details können wir derzeit nicht mitteilen“, erklärte Interpol. 

Der Generalsekretär von Interpol, Valdecy Urquiza, betonte, die Identifizierung und die Festnahme zeigten, wie wichtig die weitere Aufarbeitung ungelöster Kriminalfälle sei. Die Arbeit der deutschen Ermittler und Hinweise aus der Bevölkerung hätten entscheidend dazu beigetragen, in einem seit fast einem Vierteljahrhundert ungelösten Fall voranzukommen.

Bereits mehrere Erfolge durch „Identify Me“ 

Die Kampagne führte bereits mehrfach zu Durchbrüchen in lange ungeklärten Fällen.

Die erste identifizierte Frau war Rita Roberts, eine 31-jährige Britin, die 1992 in Belgien ermordet wurde. Jahrzehntelang wusste ihre Familie nicht, was mit ihr geschehen war. Kurz nach dem Start der Kampagne im Jahr 2023 erhielt die belgische Vermisstenstelle schließlich einen entscheidenden Hinweis – unter anderem wegen eines auffälligen Blumentattoos auf ihrem linken Unterarm. Die Ermittlungen zu ihrem Tod laufen weiterhin.

Im vergangenen Jahr konnten drei weitere Fälle aufgeklärt werden. So identifizierten Ermittler eine Frau, die 2018 tot in einem Geflügelstall in Girona gefunden worden war. Die Frau trug keine Ausweispapiere bei sich, hatte jedoch ein Tattoo mit dem hebräischen Wort für „Erfolg“ auf dem linken Arm. Über eine Datenbank in Paraguay konnte schließlich festgestellt werden, dass es sich um die 33-jährige Ainoha Izaga Ibieta Lima handelte.

Auch die 31-jährige Russin Liudmila Zavada konnte dank der Kampagne identifiziert werden. Ihr Körper war bereits 2005 am Straßenrand in einem spanischen Dorf entdeckt worden. Wegen ihrer rosafarbenen Kleidung war sie lange nur als „die Frau in Rosa“ bekannt. Türkische Ermittler fanden schließlich über Fingerabdrücke die Übereinstimmung mit Zavada.

Zudem konnte die deutsche Polizei Eva Maria Pommer identifizieren. Ihre Leiche war im Sommer 2004 an einem abgelegenen Strand in Wassenaar entdeckt worden. Ein Hinweis aus der Bevölkerung führte letztlich zur Identifizierung. Wie genau sie ums Leben kam, ist bis heute unklar.

Auch in Frankreich gelang Anfang dieses Jahres ein Durchbruch in einem jahrzehntealten Fall. Im Januar 2005 war in Saint-Quirin der verstümmelte Körper einer Frau entdeckt worden, versteckt in einem Fass und eingewickelt in schwarze Müllsäcke. Später stellte sich heraus, dass es sich um Hakima Boukerouis handelte. Ihre Identifizierung führte ebenfalls zur Festnahme eines Verdächtigen.

Derzeit bleiben im Rahmen der Kampagne noch 41 Fälle ungelöst, darunter acht in Belgien. Die Opfer wurden in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden tot aufgefunden.

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