Zum Hauptinhalt springen

„Das Foto von Flandern“: Zwei von drei Flamen fühlen sich unglücklich

Flämische Senioren und Jugendliche sind am glücklichsten. Dies zeigt die Studie „Het Foto van Vlaanderen“ („Das Foto von Flandern“), eine große Sozialstudie im Auftrag von VRT NWS. Obwohl sich ältere Menschen Sorgen um die weltweiten Kriege und ihre Gesundheit machen, geben sich die über 65-Jährigen den höchsten Glückswert. Laut dieser Studie liegt das nicht zuletzt an ihrer Lebenserfahrung.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Junge Menschen ab 18 Jahren fühlen sich oft minderwertig und kämpfen mit dem Gefühl, ständig Leistung erbringen zu müssen. Dieser Leistungsdruck senkt unter anderem ihren Glückswert. Einsamkeit ist in dieser Altersgruppe ebenfalls ein großes Problem. Dies gilt auch für Singles.

7,1 auf einer Skala von 0 bis 10. Das ist der durchschnittliche Glückswert, den sich die Flamen in unserer Studie „Het Foto van Vlaanderen“ selbst geben.

Unterschiede

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich einige deutliche Unterschiede. Beispielsweise sind die jüngsten und ältesten Mitglieder der Gesellschaft in Flandern am glücklichsten. Bei den 12- bis 17-Jährigen liegt der Durchschnittswert bei 7,6 und bei den über 65-Jährigen bei 7,5. Ab 18 Jahren ist ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten. Dieser Trend zeigte sich auch in früheren Studien.

Alleinstehende, mit oder ohne Kinder, erzielen deutlich niedrigere Werte als Paare: 6,5 gegenüber 7,4. Unter den Paaren geben sich die ohne Kinder einen etwas höheren Wert als die mit Kindern.

Generell schneiden Männer auf der flämischen Glücksskala etwas besser ab als Frauen. Bei den 18- bis 24-Jährigen ist dieser Unterschied noch ausgeprägter. Vor allem junge Frauen geben sich einen niedrigeren Glückswert.

Sorgen um den Krieg

Die turbulente geopolitische Lage macht sich bemerkbar: Kriegsängste und Gesundheitssorgen stehen weit oben auf der Liste. Beides belastet das Wohlbefinden älterer Menschen besonders stark.

Unzufriedene Menschen suchen die Ursache vor allem in sich selbst. Dies zeigt sich besonders bei Menschen mit geringer Bildung. Diskriminierung und Ausgrenzung werden in Flandern in geringerem Maße ebenfalls genannt. Nur 28 % der Befragten gaben übrigens explizit an, sich wohlzufühlen. Mehr als zwei Drittel fühlen sich demnach nicht wohl.

Was ist „Das Foto von Flandern“?

„Das Foto von Flandern“ ist eine Studie, die VRT seit 2009 durchführen lässt. Sie gibt Einblicke in die Sorgen und Nöte der flämischen Bevölkerung, insbesondere in gesellschaftliche Themen.

Es handelt sich dabei um eine Online-Umfrage, deren Datenerhebung vom unabhängigen Forschungsinstitut Profacts durchgeführt wurde. Befragt wurde eine repräsentative Stichprobe (Geschlecht, Alter, Bildung, Provinz) von 2.261 Flamen ab 12 Jahren.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5