Der Warenhandel zwischen Belgien und den Vereinigten Staaten ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Belgische Nationalbank (BNB) am Mittwoch veröffentlichte. Die belgischen Importe amerikanischer Waren sanken um 21,2 %, die Exporte in Richtung USA um 16,8 %.
Importe und Exporte zwischen Belgien und den USA im ersten Quartal 2026 stark eingebrochen
Besonders deutlich war der Rückgang im Chemiesektor. Belgien importierte 40,6 % weniger Chemieprodukte aus den USA, während die Exporte belgischer Chemieprodukte in die USA um 46,8 % zurückgingen. Auch die Exporte von Maschinen und elektrischen Geräten sanken deutlich um 30,5 %.
Die Nationalbank erklärte, die Zahlen müssten im Kontext betrachtet werden. „Der Handel mit den USA befand sich im ersten Quartal 2025 auf einem hohen Niveau, da die Unternehmen die mögliche Einführung zusätzlicher Zölle durch die Trump-Administration antizipierten“, hieß es in einer Pressemitteilung. Anders ausgedrückt: Viele Unternehmen hatten Anfang letzten Jahres ihre Importe und Exporte erhöht, um möglichen zukünftigen Zöllen vorzubeugen.
Niedrigere Energiepreise im Januar und Februar spielten ebenfalls eine Rolle. Der Wert importierter Mineralprodukte wie Rohöl und Erdgas sank im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel, da die Preise niedriger waren. Die Auswirkungen der im März nach Beginn des Krieges im Nahen Osten gestiegenen Energiepreise blieben im gesamten Quartal begrenzt.
Mehr Gasexporte nach Deutschland
Die Exporte von Mineralprodukten blieben insgesamt nahezu stabil und sanken lediglich um 0,4 %. Laut BNB war dies vor allem auf einen starken Anstieg der Erdgasexporte nach Deutschland zurückzuführen. „Seit der Stilllegung der Gaspipeline Nord Stream 1 im September 2022 hat sich Belgien zu einer der alternativen Routen entwickelt, die Deutschland als Ersatz für russisches Erdgas erschlossen hat“, so die Nationalbank.
Auch im Handel mit Transportausrüstung bzw. Fahrzeugen und Bauteilen gab es deutliche Veränderungen. Die Importe gingen leicht um 2,7 % zurück, während die Exporte um mehr als 15 % stiegen - hauptsächlich aufgrund höherer Exporte von Traktoren und Nutzfahrzeugen.
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