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Studie: Mehr als jeder vierte Langzeitkranke erhält zu Unrecht Leistungen, Krankenkassen relativieren

Mehr als jeder vierte Langzeitkranke erhält zu Unrecht oder zu lange Leistungen, geht aus einer Untersuchung des Landesamts für Kranken- und Invalidenversicherung (RIZIV) hervor. Die Krankenkassen wehren sich jedoch gegen die Kritik, die nun auf sie zukommt. „Es sind nicht die Krankenkassen, die die Menschen krankschreiben.“

Jens Van Reet
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Die Krankenkassen verteidigten sich am Montagnachmittag im Ausschuss für Soziale Angelegenheiten der Kammer gegen die anhaltende Kritik an ihrem Umgang mit der großen Zahl von Langzeitkranken in unserem Land.

„Es sind nicht die Krankenkassen, die die Menschen krankschreiben“, sagte Luc Van Gorp, Vorsitzender des Nationalen Intermutualistischen Kollegiums und der christlichen Krankenkasse CM.

Das Riziv und die Krankenkassen kamen am Montagnachmittag in die Kammer, um Erläuterungen zu einem Bericht aus dem Jahr 2020 zu geben, der erst im vergangenen Monat auftauchte und aus dem hervorging, dass 60 Prozent der kontrollierten Langzeitkranken zu Unrecht arbeitsunfähig erklärt worden waren.

Am Montag wurden über die flämische Tageszeitung De Standaard Stichproben aus dem Jahr 2025 bekannt, aus denen hervorgeht, dass etwa ein Viertel der Langzeitkranken aus zwei spezifischen Gruppen im vergangenen Jahr zu Unrecht oder zu lange Leistungen erhielt.

Geteiltes Echo bei den Krankenkassen

Die Krankenkassen hatten bereits zuvor betont, dass die Zahlen aus dem Bericht von 2020 nicht auf die gesamte Bevölkerung verallgemeinert werden könnten. Diese Botschaft wiederholten sie am Montag erneut. „Der Diskurs ist intellektuell nicht korrekt. Man vermittelt ein falsches Bild des Sektors“, sagte Xavier Brenez von den Unabhängigen Krankenkassen.

Laut Riziv-Chef Pedro Facon, der die Rolle der Kontrollärzte erläuterte, enthielt die Studie aus dem Jahr 2020 tatsächlich „Ungenauigkeiten“, und es sei „methodisch wenig fundiert“, die Ergebnisse zu extrapolieren.

Die Krankenkassen und das Riziv zeigten sich jedoch bereit, über die Bewertung von Langzeitkranken sowie über einheitliche Kriterien zur Feststellung von Arbeitsunfähigkeit nachzudenken.

Die Mutualitäten fordern hierzu bis 2028 einen konkreten Vorschlag vom Riziv, sagte Brenez. „Als Krankenkassen wollen wir die Debatte jetzt beginnen.“ Laut Paul Callewaert von der sozialistischen Krankenkasse Solidaris „erkennen die Krankenkassen die Probleme an und betreiben Selbstreflexion“.

Die politischen Parteien blieben dennoch unzufrieden.

Frieda Gijbels, Abgeordnete für die flämische nationaldemokratische N-VA: „Ich habe Versuche gehört, die Problematik zu entdramatisieren und den Fokus zu verlagern. Aber was wir hier in den letzten Monaten gehört haben, spottet wirklich jeder Vorstellung.“

Die N-VA fordert ebenso wie die frankophonen Liberalen von der MR eine gründliche Durchleuchtung der Krankenkassen. Laut dem Abgeordneten Denis Ducarme liegt Missbrauch vor. „Selbst wenn er marginal wäre, dürfen wir das nicht leugnen.“

Irina De Knop (flämische Liberale, Anders) blickte in Richtung Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (flämische Sozialisten, Vooruit), der „diesen Bericht unter den Teppich gekehrt hat, um die politischen Schlussfolgerungen daraus nicht in die Regierungsverhandlungen einbeziehen zu müssen“.

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