Vier von zehn Flamen haben im Laufe ihres Lebens Altersdiskriminierung erfahren. Dies geht aus einem Bericht des Flämischen Instituts für Menschenrechte hervor. Damit ist das Alter die häufigste Diskriminierungsursache unter Flamen, häufiger als beispielsweise Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der politischen Überzeugung.
Studie: Vier von zehn Flamen erleben Altersdiskriminierung
Eine Umfrage unter 2.574 Personen sowie sechs Fokusgruppen und gezielte Interviews zeigen, dass Altersdiskriminierung auch im belgischen Bundesland Flandern sowohl die jüngste als auch die älteste Generation betrifft. Etwas mehr als vier von zehn Personen über 65 Jahren geben an, aufgrund ihres Alters benachteiligt oder schlechter behandelt worden zu sein, verglichen mit mehr als sechs von zehn 18- bis 24-Jährigen.
Was ist Altersdiskriminierung?
Als Altersdiskriminierung bezeichnet man negative Ansichten, Wahrnehmungen und Verhaltensweisen gegenüber Menschen aufgrund ihres Alters. Sie umfasst auch die ungleiche Behandlung oder Benachteiligung aufgrund von Alter. Altersdiskriminierung, die sich gezielt gegen ältere Menschen richtet – also Stereotypisierung und Diskriminierung aufgrund ihres Alters – wird als Seniorendiskriminierung bezeichnet.
Solche Erfahrungen treten vor allem am Arbeitsplatz auf. Ältere Arbeitnehmer berichten von verpassten Weiterbildungsmöglichkeiten, altersbedingten Kündigungen und Hürden bei der Einstellung. Auch junge Menschen erfahren Diskriminierung bei der Einstellung aufgrund mangelnder Erfahrung sowie auf dem Wohnungsmarkt. Männer, junge Menschen, Menschen mit geringer Bildung und Menschen mit niedrigem Einkommen oder schlechter Gesundheit in Flandern berichten besonders häufig von altersbedingten Benachteiligungen.
Stereotype über das Alter
Die Forschung zeigt zudem, dass Stereotype über das Alter weit verbreitet sind. Fast alle 18- bis 64-Jährigen (98,8 %) verbinden ältere Menschen mit positiven Eigenschaften wie Weisheit und Geselligkeit. Gleichzeitig haben fast 7 von 10 ein negatives Bild von älteren Menschen und sehen sie als zu neugierig, verletzlich und gebrechlich an.
Eine Hauptursache für Altersdiskriminierung ist die mangelnde Verbindung zwischen den Generationen. Vergleichende Studien belegen, dass der Austausch zwischen den Generationen sowie Sensibilisierungsmaßnahmen und -kampagnen besonders wirksam im Kampf gegen Altersdiskriminierung sind. Darüber hinaus ruft das Flämische Institut für Menschenrechte Arbeitgeber, Pflegekräfte und die Gesellschaft insgesamt dazu auf, Altersdiskriminierung aktiv zu bekämpfen.
