Beim Erstliga-Fußballspiel zwischen dem RSC Anderlecht und dem FC Brügge am Sonntag des vergangenen Wochenendes (3. Mai) kam es zu rassistischen und antisemitischen Gesängen und Beschimpfungen aus dem Gästeblock. An diesem Wochenende wurde bekannt, dass die Brüsseler Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Club Brügge und gegen Unbekannt wegen Anstiftung zu Hass und Gewalt aufgenommen hat.
Rassistische Gesänge in Anderlecht: Strafrechtliche Ermittlungen gegen Fans von Club Brügge
Die antisemitischen Gesänge waren im Fanblock der Gäste aus Brügge im Anderlechter Lotto-Park-Stadion angestimmt worden. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft stuft diese Gesänge als einen besonders schweren Fall an.
Dazu heißt es in einer Pressemitteilung, dass diese antisemitischen Gesänge wurden mit einer schockierenden Selbstverständlichkeit angestimmt worden seien, die ein Höchstmaß an juristischer Vorgehensweise erfordern würden: „Solche Gesänge haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Sie schaden dem Sport als sozialem Bindeglied und den Werten, für die die meisten Fans stehen.“
Risikospiel zwischen jahrelangen Erzrivalen
Der Vorfall fand während des Champions Play-off-Spiels zwischen RSC Anderlecht und Club Brügge statt. Begegnungen zwischen den beiden Erzrivalen sind immer Risikospiele. Brügge gewann diese Partie mit 1:3. Die rassistischen und antisemitischen Gesänge waren während der Partie deutlich zu vernehmen.
Ziel der Ermittlungen ist, die betroffenen sogenannten Brügge-„Fans“ zu identifizieren, damit diese festgenommen und der Staatsanwaltschaft in Brüssel vorgeführt werden können. In diesem Zusammenhang wurde der Vorsitzende des FC Brügge, Bart Verhaeghe, von der Staatsanwaltschaft vorgeladen. Bisher hat der Club aus Brügge noch nicht auf die Vorwürfe und die juristischen Schritte gegen den Verein und gegen Unbekannt reagiert.
