In Brüssel haben am Sonntag einige Hundert Radfahrer an einer Fahrradparade teilgenommen, bei der auf eine kinderfreundliche Verkehrsinfrastruktur in der belgischen Hauptstadt gefordert wurde. Nach Ansicht der Initiatoren dieser Fahrradveranstaltung erlaube es die Verkehrslage Kindern hier nicht, dass sie sich selbstständig mit dem Rad auf den Weg machen können.
Die Teilnehmer einer Fahrradparade in Brüssel forderten „kinderfreundliche Straßen“
Laut der Organisatoren der Vereinigung „Kidical Mass“ steigt die Zahl der Radfahrer in der Hauptstadt stetig, doch der Anteil der Kleinsten daran sei besonders klein: „Nach den Angaben des Radfahrer-Observatoriums stellen sie nur 1,3 % der Radfahrer.“ Rund 22 % der in Brüssel genutzten Räder sind zudem sogenannte Familien- bzw. Lastenräder, mit denen vornehmlich Kinder befördert werden können.
Dies zeige, so die Veranstalter, „dass sich die Familien zwar anpassen, doch dass die Stadt die Verkehrssituation noch nicht auf Kindermaß gebracht hat.“ Aus diesem Grunde kamen am Sonntag zahlreiche Familien mit ihren Fahrrädern in die Hauptstadt, um an der Parade, die über 5 km von Troon-Platz zum Königlichen Park führte, teilzunehmen. Mit Musik und ihren Fahrradklingeln zogen die Radfahrer die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich.
Ziel der Veranstaltung war, Kinder im Verkehr in der Hauptstadt sichtbar zu machen und auf eine sichere Fahrradinfrastruktur zu drängen. Dabei wurden konkret 3 Maßnahmen gefordert:
Zusammenhängende und vom Autoverkehr getrennte Radwege
Sicherere Schulumgebungen und Schulzonen
Eine effektivere Kontrolle der Tempo 30-Zonen in Brüssel
„Kidical Mass“ fordert schlicht und einfach „eine Stadt, in der Kinder sicher radfahren können, ist eine angenehmere Stadt für alle. Heute ist dies noch keine Realität.“
