Die Zahl der Langzeitkranken in Belgien ist auf eine neue Rekordhöhe angestiegen. Im vergangenen Jahr wurde etwa 576.000 Personen entsprechende Sozial- und Invaliditätsleistungen ausgezahlt. Das ist ein Anstieg um rund 26.000 Begünstigten. Experten hatten einen Anstieg dieser Zahlen vorausgesagt, doch er ist nicht so spektakulär, wie ursprünglich erwartet ausgefallen.
Obschon die Zahl der Langzeitkranken einen neuen Höchststand erreicht hat, sind Experten der Ansicht, dass die niedriger ausgefallen ist, wie eigentlich erwartet. 575.000 Langzeitkranke in Belgien erhielten 2025 Invaliditätsleistungen oder soziale Zuschüsse, 4,7 % mehr als 2024.
Im Vergleich mit den Zahlen von vor fünf Jahren fällt der Anstieg noch deutlicher aus. 2019 lag diese Zahl um rund 105.000 Begünstigte niedriger.
Dieser neue Rekord hat vor allem technische Erklärungen. Zum einen stieg im vergangenen Jahr das gesetzliche Rentenalter auf 66 Jahre, wodurch zahlreiche 65-Jährige ein Jahr länger im System der „langfristigen Krankheit“ geblieben sind (sonst hätten sie ihre Pension antreten können) und zum anderen ist 2025 auch die Zahl von Burn-outs und Depressionen bei Arbeitnehmern stark angestiegen.
Geringer Anstieg im Vergleich mit den letzten Jahrzehnten
Wenn man die Gruppe der über 65-Jährigen außer Acht lässt, ist die Zahl der Langzeitkranken im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr tatsächlich nur um 1,6 % gestiegen. In den vergangenen 20 Jahren lag dieser prozentuale Anstieg bei über 3 % pro Jahr.
In absoluten Zahlen gesehen ist der Anstieg der Zahl der Langzeitkranken unter 65 Jahren im vergangenen Jahr sogar der niedrigste seit 2008. „Wenn wir uns den Beschäftigungsgrad ab 50 Jahren genauer ansehen, sinkt das Verhältnis von Erwerbsunfähigen zu Erwerbstätigen“, sagt Lode Godderis, Professor für Arbeitsmedizin an der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven).
Interessant an den aktuellen Zahlen in diesem Bereich in Belgien ist auch, dass rund zwei Drittel der Langzeitkranken älter als 50 Jahre sind und dass die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen, die in diesem System sitzen, langsamer wächst als die Gruppe derer, die jünger als 35 Jahre sind.
