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Die Eule von R.O.A. in Hasselt

Hasselt archiviert Streetart und Graffiti als Kulturgut: „Wir waren zu lange zu bescheiden“

Hasselt, die Hauptstadt der flämischen Provinz Limburg, blickt auf eine reiche Vergangenheit im Bereich Graffiti und Streetart zurück. Das Stadtarchiv wird diese Geschichte jetzt für zukünftige Generationen bewahren. Die Sammlungen können am Samstag, 7. Mai, im Rahmen der Hasselter Kunstnacht im Stadtarchiv besichtigt werden.

Pieter Vanlommel Andreas Kockartz
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In den vergangenen Monaten begaben sich Kurt Bosmans und Daan Linssen von der Hasselter Kunstorganisation „Saga“ auf die Suche nach Spuren der Streetart-Vergangenheit in Limburg. Sie sammelten unter anderem Sticker, Zeitungsartikel, Skizzen und Fotos von Werken, die inzwischen verschwunden sind. Eine Auswahl davon wird am 7. Mai im Rahmen der Kunstnacht in Hasselt im Stadtarchiv ausgestellt.

Laut Bosmans ist wichtig, dass dieses Material an einem Ort und unter den richtigen Bedingungen aufbewahrt wird. „Andere Städte präsentieren sich als Streetart-Städte, aber auch in Hasselt und Limburg reicht diese Geschichte weit zurück“, sagt er. 

Es lebe Tijl!

Eine der ältesten gefundenen Spuren ist der Slogan „Leve Tijl“ („Es lebe Tijl“) auf einer Eisenbahnbrücke in Hasselt. Er stammt aus dem Jahr 1971 und bezieht sich auf den Limburger Aktivisten Mario Roymans, der damals durch einen Kunstraub für einen guten Zweck internationale Aufmerksamkeit erregte.

Auch aus späteren Jahrzehnten gibt es bemerkenswerte Funde. So wurde beispielsweise bereits 1979 ein Wandgemälde am Café De Witte Non angebracht, und Archivdokumente belegen, dass internationale Größen wie Keith Haring in den 1980er-Jahren in Hasselt ausstellten. Fotos aus dieser Zeit zeigen zudem, wie die ersten Graffiti in Tunneln unter den Gleisen im Ortsteil Runkst auftauchten.

Objekte von Keith Haring

Vandalismus

Während Graffiti früher vor allem als Vandalismus galt, änderte sich diese Wahrnehmung in den 1990er-Jahren. Initiativen des Provinzjugenddienstes in Limburg und anderer Organisationen sorgten dafür, dass Künstler Wände legal nutzen konnten. Veranstaltungen wie der „Stormdag“ („Sturmtag“) und Organisationen wie „Junge Tactics“ spielten dabei eine wichtige Rolle. Ein bemerkenswerter Moment war 1994, als im Rahmen einer solchen Veranstaltung ein Bus der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn bemalt wurde.

Die Sammlung umfasst auch Bilder der Keith-Haring-Ausstellung in Hasselt aus den 1980er-Jahren

Die Eule von R.O.A. in Hasselt

Pioniere in Hasselt

„Hasselt hatte die Ehre, über die erste legale Graffiti-Wand zu verfügen und wir waren die erste Stadt in den Benelux-Ländern, die ein Street-Art-Festival veranstaltete“, erzählt Bosmans: „Wir waren lange Zeit zu bescheiden, was das betrifft, deshalb war es an der Zeit zu zeigen, was hier bereits erreicht wurde.“

Während der Kunstnacht wird die Geschichte von Graffiti und Street Art in der Provinzhauptstadt von Limburg in einer Ausstellung präsentiert. „Street Art ist eine flüchtige Kunstform; sie kann plötzlich verschwinden, wenn jemand sie übermalt oder eine Fassade durch Bauarbeiten verschwindet“, resümiert Bosmans: „Das macht sie gleichzeitig so schön.“

Infos: kunstennacht.hasselt.be ; visit.hasselt.be/nl/streetart

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