Die für diese Woche geplante Bergung von Seeminen aus dem Zweiten Weltkrieg vor der belgischen Küste in Blankenberge verzögert sich. Wegen schlechtem Wetter muss die Aktion um einige Tage verschoben werden. Diese Räumung wurde vom belgischen Stromnetzbetreiber Elia veranlasst, der dort Verbindungskabel für Elektrizität aus Offshore-Windkraftanlagen verlegen muss.
Die Bergung von Seeminen vor der belgischen Nordseeküste verzögert sich durch schlechtes Wetter
Elia muss die Räumung der 14 Weltkriegsminen vor Blankenberge verschieben, geht aber davon aus, dass dies noch vor den Sommerferien abgeschlossen sein wird. Die Seeminen müssen geräumt werden, da der belgische Stromnetzbetreiber hier Kabel verlegen will, die zur Anbindung des künstlichen Elisabeth-Energieinsel notwendig sind.
Auf dieser Insel sollen Stromkabel von verschiedenen Offshore-Windkraftanlagen auf hoher See zusammenlaufen, damit die dort produzierte Energie konzentriert in Richtung belgisches Festland zum weiteren Vertrieb in Europa transportiert werden kann.
Einige Minen sind bereits geräumt
Diese 14 Seeminen sollen in der Nähe des Küstenorts Wenduine entschärft bzw. unschädlich gemacht werden. Dafür sorgt dann der Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee, DOVO. Doch zuerst müssen die Minen dorthin geschleppt werden und dazu brauchen die Verantwortlichen besseres Wetter…
5 Minen wurden bereits unschädlich gemacht, doch 9 weitere dieser Sprengkörper liegen noch auf dem Meeresboden. Sie müssen dort bis zu den Sommerferien an der Küste, wenn dort sehr viel los ist, weg sein. Elia geht davon aus, dass dies mehr oder weniger planmäßig vonstattengehen kann, doch dazu müssen eben alle Parameter stimmen und dazu gehört das Wetter.
Für Geschichtsinteressierte
Es handelt sich bei diesen Minen um die sogenannte „Küstenmine A“, auch bekannt als KMA-Mine oder Kathy-Mine (Foto unten). Diese Seemine sollte eine alliierte Invasion vom Meer aus verhindern. Sie besteht aus rechteckigen Betonblöcken, die jeweils 50 Kilogramm des Sprengstoffs Hexanit enthalten, was 80 Kilogramm TNT entspricht. Auf der Mine wurde eine Konstruktion mit einer schwimmenden Leine platziert, die sich um Schiffsschrauben wickeln konnte, womit sie auch so unter den Schiffen zur Explosion gebracht werden konnten.
