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Nike im Gewerbegebiet Ham
Inland
Wirtschaft

Weitere 325 Arbeitsplätze bei Nike in Belgien gefährdet - Insgesamt 736 Jobs von Umstrukturierung betroffen

Beim amerikanischen Sportartikelhersteller Nike in Belgien sind weitere 325 Arbeitsplätze gefährdet. Diese kommen zu den bereits angekündigten 411 abzubauenden Stellen hinzu. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der gefährdeten Arbeitsplätze bei Nike auf 736. Das Management hat jedoch im Hinblick auf diese jüngste Entlassungswelle Vorschläge unterbreitet, die diese Arbeitsplätze möglicherweise noch retten können.

Andreas Kockartz
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In Laakdal (Provinz Antwerpen) und im benachbarten Ham (Tessenderlo-Ham in der Provinz Limburg) befindet sich Nikes Vertriebszentrum für Sportbekleidung und Schuhe für Europa, Afrika und den Nahen Osten. Anfang März kündigte das Unternehmen eine umfassende Restrukturierung an, durch die 411 Arbeitsplätze gefährdet sind. 330 dieser Stellen sind Jobs von Wochenendarbeitern im Tag- und Nachtdienst. Die übrigen 81 Stellen betrafen Mitarbeiter im Bereich Logistik.

„Laut Management gibt es zu wenig Arbeit, insbesondere am Wochenende“, sagte Eric Vuchelen von der liberalen Gewerkschaft ACLVB seinerzeit: „Wer um 6 Uhr morgens anfängt, hat keine Arbeit. Der Grund? Die Verkäufe laufen schlecht.“ „Die Wochenendschichten erreichten während der Pandemie ihren Höhepunkt“, sagte Marieke Van Gils von der sozialistischen Gewerkschaft BBTK zu diesem Zeitpunkt: „Viele bestellten Nike-Produkte online, um nicht bis nach dem Wochenende auf die Lieferung warten zu müssen. Doch die Online-Verkäufe schwächeln schon seit einiger Zeit. Es wurden keinerlei Anpassungen vorgenommen und jetzt greift das Management zu drastischen Maßnahmen.“

Auch Teilzeitbeschäftigte betroffen

Die Gewerkschaften hatten gehofft, die Zahl der Entlassungen zu begrenzen, doch jetzt sind Berichten zufolge weitere 325 Arbeitsplätze bedroht, insbesondere die von Teilzeitbeschäftigten, wie bei einer außerordentlichen Betriebsratssitzung mitgeteilt wurde. „Zwischen dem 10. März und heute veröffentlichte Nike seine Quartalszahlen“, erklärt ACLVB-Vertreter Vuchelen am Donnerstag: „Sie waren nicht besonders gut. Hinzu kommt, dass die Prognosen für dieses und das nächste Geschäftsjahr alles andere als rosig aussehen.“ Für die neueste Welle gelten jedoch „zusätzliche Maßnahmen“.

„Auf unsere Bitte hin werden diese Maßnahmen derzeit in der Produktion ausführlich erläutert“, so Van Gils von BBTK: „Die Maßnahmen erhöhen die Flexibilität und könnten, falls wir eine Einigung erzielen, Entlassungen verhindern. Wir wollen diese Gespräche unbedingt führen. Die aktuell vorliegenden Vorschläge sind jedoch schwierig. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob die Maßnahmen eine Lösung bieten und ob die Mitarbeiter ihnen zustimmen werden.“

Kaum noch Vertrauen

Laut Van Gils ist das Vertrauen der Gewerkschaften zu Nike nur noch gering: „Nach der letzten Ankündigung haben wir versucht, günstige Bedingungen für die Mitarbeiter auszuhandeln, aber die jüngste Ankündigung hat dies nun vorerst auf Eis gelegt. Wir fragen uns jetzt: Wenn wir diesen Maßnahmen zustimmen, die so weitreichende Folgen für uns haben werden, können wir dann sicher sein, dass wir morgen nicht dasselbe durchmachen müssen wie jetzt? Was bedeutet Vertrauen in einer solchen Situation? Das Unternehmen kämpft ums Überleben. Garantien zu geben ist in solchen Situationen nicht einfach.“

„Die nächste Betriebsratssitzung ist für kommenden Dienstag angesetzt. In den kommenden Wochen finden fast täglich Sitzungen statt. Wir haben unsere Terminkalender komplett freigeräumt, um so schnell wie möglich voranzukommen. Vor allem aber wollen wir sehr sorgfältig vorgehen. Wir tun unser Bestes, um so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen.“

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