Die Inflation ist in diesem Monat stark gestiegen: von 1,65 % im März auf 4,01 % im April. Hauptgrund dafür sind die gestiegenen Energiekosten. Ursprünglich hatte das belgische Statistikamt Statbel die monatlichen Inflationszahlen aufgrund einer fehlender Einigung im Indexausschuss nicht veröffentlicht. Nach der endgültigen Entscheidung von Wirtschaftsminister David Clarinval (MR) wurden die Zahlen am Montagabend dann doch publiziert. Im ersten Quartal 2026 wurde übrigens in Belgien ein, wenn auch nur leichtes, Wirtschaftswachstum verzeichnet.
Die hohen Energiepreise bringen die Inflation in Belgien im April auf 4,01 %
Statbel gab am Montagnachmittag zunächst eine bemerkenswerte Erklärung ab: „In der Sitzung des Indexausschusses konnte in diesem Monat keine Einigung erzielt werden.“ Dem Ausschuss gehören neben Wissenschaftlern und Akademikern auch Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern an. Offenbar waren es die Arbeitgeber, die ihre Zustimmung verweigerten. Daher konnte am Montag keine Zahl veröffentlicht werden. Die endgültige Entscheidung lag damit bei Wirtschaftsminister David Clarinval von den frankophonen Liberalen MR.
Starker Anstieg durch die gestiegenen Energiepreise
Schließlich wurde nach am Montagabend 19 Uhr online eine Inflationszahl veröffentlicht: „Die Inflation liegt aktuell bei 4,01 %, verglichen mit 1,65 % im März und 1,45 % im Februar“, so Statbel. Der Anstieg ist vor allem auf deutlich gestiegene Energiepreise zurückzuführen. Der Erdgaspreis verteuerte sich im Vergleich zum Vormonat um 22,9 %, der Strompreis um 5,4 %. Kraftstoffe sind 27,4 % teurer geworden als im April des Vorjahres und verteuerten sich in diesem Monat im Vergleich zum Vormonat um 12,3 %.
Das belgische Statistikamt Statbel veröffentlicht die Inflationszahlen jeweils zum Monatsende. Diese Zahlen zeigen, wie schnell die Preise im Laufe eines Jahres gestiegen sind und sind ein wichtiger Wirtschaftsindikator. Auch die Indexierung von Löhnen und Sozialleistungen hängt davon ab.
Leichtes Wachstum für die Wirtschaft in Belgien
Im ersten Quartal 2026 ist die belgische Wirtschaftsleistung im Vergleich zum letzten Quartal 2025 um 0,2 %t gestiegen, wie aus einer ersten Schätzung der Belgischen Nationalbank (BNB) ersichtlich ist. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 beträgt das Wachstum 0,8 %. Das Wachstum entspricht den Anfang März von der Nationalbank vorgelegten Prognosen. Nach diesen ersten Schätzungen stiegen die Umsätze bzw. die Erträge im Baugewerbe um 0,4 % und im Dienstleistungssektor um 0,3 %. In der Industrie ist allerdings ein leichter Rückgang um 0,1 % zu verzeichnen.
