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Uniklinik Löwen: Neuer DNA-Test erleichtert Identifikation von Sexualtätern

Forscher der Uniklinik Löwen und der Katholischen Universität Löwen haben einen neuen DNA-Test entwickelt, mit dem Täter sexueller Gewalt aufgespürt werden können, selbst wenn kaum biologisches Beweismaterial vorhanden ist. Die Technik mit dem Namen SpermFACS ist ein wichtiger Durchbruch, vor allem in Fällen, in denen Opfer erst Tage später Anzeige erstatten.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Wenn sich ein Opfer sexueller Gewalt bei der Polizei oder medizinischen Diensten meldet, werden Proben für forensische Untersuchungen entnommen. „Diese Proben enthalten meist eine Mischung aus Samenzellen des Täters und vaginalen Zellen des Opfers“, sagt Bram Bekaert, Spezialist für forensische Genetik am UZ Leuven.

Um ein DNA-Profil des Täters zu erstellen, müssen Forscher diese Zellen voneinander trennen. Mit den derzeitigen Techniken gelingt das jedoch nicht immer, insbesondere wenn nur wenige Samenzellen vorhanden sind. In solchen Fällen kann kein brauchbares DNA-Profil erstellt werden.

Die neue Methode ermöglicht es, Samenzellen des Täters deutlich präziser von denen des Opfers zu unterscheiden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Forscher ein verwertbares DNA-Profil des Täters erstellen können, auch wenn es nur wenige Spuren gibt.

Samenzellen in Sortiermaschine

Bei SpermFACS werden fünf- bis siebenmal weniger Samenzellen benötigt, um dennoch ein brauchbares DNA-Profil des Spenders dieser Samenzellen erstellen zu können.

„Wenn wir eine Probe erhalten, versehen wir sie mit einer fluoreszierenden Farbe, sodass nur die Samenzellen ‚aufleuchten‘. Diese geben wir dann in eine Sortiermaschine. Das Gerät trennt sie von allen anderen Zellen. Am Ende haben wir ein Röhrchen mit sämtlichen Samenzellen, und so können wir ein DNA-Profil erstellen“, erklärt Bekaert.

Der Mehrwert des Tests ist vor allem bei verspäteten Anzeigen groß. Dann ist meist nicht mehr genügend biologisches Material des Täters vorhanden, wodurch er schwerer identifiziert werden kann.

„Sobald die Proben zwei oder drei Tage nach den Taten entnommen werden, können wir mit den derzeitigen Techniken nur schwer ein DNA-Profil daraus erstellen. Mit den neuen Techniken ist das sehr wohl möglich, bis mindestens fünf Tage nach dem sexuellen Kontakt“, sagt Bekaert.

Das ist wichtig, weil sich Opfer nicht immer sofort melden. Angst oder Scham können dazu führen, dass eine Anzeige erst später erfolgt.

Auch bei Gruppenvergewaltigung

Die Technik bietet auch Möglichkeiten in komplexeren Sexualstrafverfahren, etwa wenn nur sehr wenige Spuren vorhanden sind oder wenn mehrere Täter beteiligt sind, wie bei einer Gruppenvergewaltigung. Da die Samenzellen präziser isoliert werden, wird es einfacher, verschiedene DNA-Profile voneinander zu unterscheiden.

Die Forscher arbeiten inzwischen bereits an einem nächsten Schritt. Sie wollen die Technologie mithilfe von Mikrochips verkleinern, sodass Analysen schneller und günstiger durchgeführt werden können. Zudem untersuchen sie, ob die Methode auch auf andere DNA-Spuren angewendet werden kann, etwa auf Kleidung oder Gegenstände.

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