Der Bellewaerde Park in Ypern (Provinz Westflandern) hat Samen des Löwen Nestor an einen Tierpark im deutschen Wuppertal geliefert. Der Samen wurde dort mittels künstlicher Besamung bei einer Löwin eingebracht. Es gibt nur wenige Löwen mit der Blutlinie von Nestor im Zuchtprogramm, an dem Bellewaerde teilnimmt. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass Nestor sich mit mehreren Löwinnen fortpflanzt.
Löwe aus dem Tierpark Bellewaerde liefert Samen für künstliche Besamung in deutschem Zoo
Nestor ist seit zwei Jahren der Löwenkönig und das Aushängeschild von Bellewaerde. Vor einigen Monaten sorgte er für die erste Geburt von Jungtieren seit 2007. Der einzige männliche Löwe des Parks wurde kürzlich für die Entnahme seines Spermas betäubt.
„Die künstliche Besamung ist eine Premiere bei den Nördlichen Löwen“, sagt Pieter Vercruysse, Kurator und operativer Leiter der Tierabteilung des Parks. „In freier Wildbahn gibt es nur noch rund 250 Nördliche Löwen, was sehr wenig ist. In Gefangenschaft sind es lediglich knapp 100. Es gibt ein Zuchtprogramm, doch dieses ist bislang recht klein und umfasst nur sehr wenige reinrassige Tiere.“
Samen sehr begehrt
Die Knappheit steigert den Wert von Nestor. „Sein Samen ist sehr begehrt“, so Vercruysse. „Nestor ist der Letzte seiner Blutlinie innerhalb des Zuchtprogramms. Außerdem sind seine Gene zu 75 Prozent rein, was relativ hoch ist.“
„Laut dem Zuchtbuch des europäischen Zuchtprogramms gibt es eine mögliche Übereinstimmung mit Amera, der jungen Nördlichen Löwin eines deutschen Zoos in Wuppertal. Sie wurde dort erstmals rollig, doch dieser Tierpark hat keinen männlichen Nördlichen Löwen. Von dieser Art gibt es nur noch sehr wenige. Daher fiel die Entscheidung für eine künstliche Besamung. Dem gingen monatelange Vorbereitungen voraus.“
Außergewöhnliche Qualität
„Die Entnahme des Spermas bei Nestor war spannend. Die Qualität erwies sich trotz seines höheren Alters von 13 Jahren als außergewöhnlich. Im Labor stellte man fest, dass die Beweglichkeit sehr gut war und eine schöne Menge entnommen wurde, die bis zur Besamung in Deutschland hervorragend konserviert werden kann.“
„Neben Amera wird dort noch eine zweite Löwin besamt. Bei Löwen dauert die Tragzeit im Durchschnitt 105 bis 110 Tage. In einigen Monaten wissen wir also sicher, ob die Besamung erfolgreich war. Wir können es aber auch früher wissen, denn bei einer misslungenen Befruchtung wird eine Löwin nach einigen Wochen erneut rollig. Wir stehen in gutem Kontakt mit Wuppertal, und man hält uns auf dem Laufenden.“
