Verteidigungsminister Theo Francken (flämisch-nationalistische N-VA, Foto) betonte im Verteidigungsausschuss des Parlaments, dass Ende 2025 tatsächlich Drohnen über sensiblen Standorten gesichtet wurden. Francken verwies auf Untersuchungen des militärischen Nachrichtendienstes ADIV, aus denen hervorgeht, dass es für 42 Meldungen über Militäreinrichtungen – also fast ein Fünftel aller Meldungen dort – „keine andere plausible Erklärung“ gebe als die, dass es sich um Drohnen handelte.
Verteidigungsminister Francken: „Für 42 Meldungen über Militäreinrichtungen sind Drohnen die einzige plausible Erklärung“
Im parlamentarischen Verteidigungsausschuss befragten Abgeordnete der Opposition Francken intensiv zu dem VRT-Pano-Bericht „Wo sind die Drohnen?“, in dem unter anderem Fragen zu den zahlreichen Drohnen-Sichtungen Ende letzten Jahres aufgeworfen wurden. Francken räumte ein, dass sich viele der insgesamt 558 Sichtungen über sensiblen Standorten Ende 2025 und Anfang dieses Jahres als Falschmeldungen herausgestellt hätten. Er sagte auch, dass dies in Ermangelung eines umfassenden Erkennungssystems „nicht ungewöhnlich“ sei.
Francken verwies jedoch auf eine Untersuchung des militärischen Nachrichtendienstes ADIV zu Drohnensichtungen über Militäreinrichtungen. Diese Untersuchung ergab ebenfalls, dass sehr viele Meldungen falsch waren. Von den insgesamt fast 250 Meldungen über Militäreinrichtungen gab es jedoch für 42 davon „keine andere plausible Erklärung als eine Drohne“.
Es gebe keine absolute Gewissheit, sagte Francken, stellte jedoch klar, dass Gewissheit für den ADIV nur physische Beweise bedeute, beispielsweise wenn ein Pilot oder die Drohne selbst gefunden worden sei. Dies sei bisher niemandem gelungen. In fast jeder fünften Meldung bestehe daher „eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit“, dass Drohnen beteiligt waren, so Francken.
„Wer heute behauptet, es habe keine Drohnen gegeben, ignoriert damit die Erkenntnisse unseres eigenen Geheimdienstes. Und seien wir ehrlich: Solange man nicht über die Mittel verfügt, Drohnen aufzuspüren und unschädlich zu machen, liegt es auf der Hand, dass man nicht sofort physische Beweise vorlegen kann“, sagte Francken.
