Die belgische Regierung hat eine landesweite Kampagne gestartet, um die Bevölkerung auf Notfälle vorzubereiten. Haushalte in ganz Belgien werden dringend gebeten, sich beispielsweise für einen großflächigen Stromausfall oder Internetausfall für mindestens 72 Stunden vorzubereiten. Die an diesem Dienstag (21. April) gestartete Initiative ist Teil eines Vierjahresplans des Nationalen Krisenzentrums zur Stärkung der öffentlichen Widerstandsfähigkeit angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und Naturkatastrophen.
Krisenzeiten? Die belgische Bundesregierung ruft die Bevölkerung dazu auf, „vorbereitet zu sein!“
Die belgischen Behörden betonen, dass Notfälle „überall und jederzeit“ eintreten können. Die Bevölkerung wird dazu ermutigt, sich aktiver an der Vorbereitung auf mögliche Notfallsituationen zu beteiligen. Ziel ist, das Bewusstsein zu schärfen und die Menschen darin zu schulen, schnell und effektiv zu reagieren. Phase 1 der Kampagne konzentriert sich darauf, der Bevölkerung zu helfen, in Krisenzeiten verlässliche Informationen zu finden.
Die Bürger werden dringend darum gebeten, sich beim staatlichen Warnsystem BE-Alert anzumelden und in Krisenzeiten die offiziellen Kommunikationskanäle zu nutzen. Gerüchte und Fehlinformationen verbreiten sich in Notfällen oft rasend schnell.
Bundesinnenminister Bernard Quintin (MR, frankophone Liberale) erklärte, dass die Risiken von Krieg und Naturkatastrophen in den letzten Jahren zugenommen hätten. Er betonte jedoch auch, dass Ziel der Kampagne bestehe darin, das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen und keine Panik zu verbreiten. Vorsorge sei eine gemeinsame Verantwortung, so der Innenminister.
Notfallkit
Die Bevölkerung wird dazu angehalten, eine Art Notfallkit zu Hause bereitzuhalten. Die Regierung empfiehlt Haushalten, Vorräte für drei Tage anzulegen. Diese sollten Wasser, haltbare Lebensmittel, wichtige Medikamente, Taschenlampen, ein Radio mit den dazu gehörenden Batterien, Bargeld und Hygieneartikel umfassen.
Zusätzlich wird empfohlen, eine kleinere Notfalltasche für den Fall einer schnellen Evakuierung zu packen. Diese sollte lebensnotwendige Dinge wie Lebensmittel, Wasser, wichtige Dokumente, ein Ladekabel und Erste-Hilfe-Material enthalten.
Die Kampagne wird im Laufe der Zeit auf weitere Risiken, einschließlich nuklearer Zwischenfälle, ausgeweitet. Auch die lokalen Behörden werden einbezogen, um sicherzustellen, dass die Empfehlungen alltagsrelevant sind. Die staatlichen belgischen Behörden erklären, dass eine verbesserte Vorsorge der Bevölkerung den Rettungsdiensten ermögliche, sich in Krisensituationen besser auf die Bedürftigsten zu konzentrieren.
