Das Management der belgischen Post, Bpost, und die Gewerkschaften verhandeln seit Montagnachmittag wieder über den sogenannten „Transformationsplan“. Die Gewerkschaften streiken seit über drei Wochen gegen diesen Plan. Es kommt zu erheblichen Störungen, insbesondere in Wallonien und auch in Brüssel und Ostbelgien. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wollen alle Parteien erneut versuchen, eine Einigung zu erzielen.
Gewerkschaften und Bpost-Management verhandeln erneut - Der Poststreik in Belgien dauert bereits drei Wochen
Seit dem frühen Montagnachmittag sitzen das Management von Bpost erneut mit den Gewerkschaften und den Sozialmediatoren zusammen, um über eine Einigung zum „Transformationsplan“ bei der belgischen Post zu beraten. Bpost möchte den Fokus stärker auf Pakete legen und die Arbeitszeiten der Postangestellten anpassen und verlängern.
Die Umsetzung des Plans stößt bei den Beschäftigten auf Ablehnung. Deshalb streiken sie seit über drei Wochen. Die Streikbereitschaft ist in Wallonien besonders hoch.
In den vergangenen Wochen fanden bereits intensive Verhandlungen zur Beilegung dieses Sozialkonflikts statt, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Letzte Woche erklärte das Management, eine Einigung erzielt zu haben, was die Gewerkschaften jedoch bestritten.
Was sieht der „Transformationsplan“ vor?
Vor allem die späteren Arbeitszeiten am Tage erwiesen sich als größter Knackpunkt in den Verhandlungen. Künftig sollen die meisten Zusteller zwischen 9 und 10 Uhr morgens beginnen, statt wie bisher zwischen 6 und 7 Uhr. Frühere Zustellrunden verlieren an Bedeutung, da klassische Briefpost und gedruckte Zeitungen weniger gefragt sind. Große E‑Commerce‑Unternehmen wie Zalando oder Bol.com wünschen sich hingegen in Belgien Zustellungen bis in den späteren Tagesverlauf. Künftig sollen die Beschäftigten ihren Dienstplan immer eine Woche im Voraus erhalten.
Besonders heikel war die Frage der Möglichkeit für Briefzusteller, bis 18 Uhr arbeiten zu müssen. Im aktuell vorliegenden Vorabkommen steht, dass die Mehrheit der Schichtzn um 17 Uhr endet. Zudem sollen die Zusteller ihre festen Routen behalten. Bpost plant außerdem den Aufbau eines internen Freiwilligenpools, um weniger auf externe Subunternehmer angewiesen zu sein. Diese Freiwilligen übernehmen die nicht festgelegten Routen und können sich laut Bpost-Management so etwas dazuverdienen.
