Ab Freitag, dem 1. Mai, nimmt der Wasserbus seine Fahrten zwischen Sainctelette nahe dem Brüsseler Stadtzentrum und Vilvoorde in Flämisch-Brabant wieder auf. Brüssels regionale Verkehrsministerin Elke Van den Brandt (Groen/Grüne) betonte im Brüsseler Parlament, dass der Wasserbus weniger für den Pendlerverkehr, sondern vielmehr als touristisches Verkehrsmittel genutzt wird: „Die Bahn ist schneller.“
Seit 2013 verkehrt der von der Region Brüssel-Hauptstadt subventionierte Wasserbus auf dem Kanal zwischen Sainctelette/Beco in Brüssel und Vilvoorde. Fahrgäste können an den Haltestellen Akenkaai, Van Praetbrug, Reedersplein, Heembeekkaai und Kreuzfahrtterminal in Brüssel und Drie Fonteinen in Vilvoorde zu- oder aussteigen. Das Wasserbus wird als Alternative zu Staus beworben, benötigt aber fast eine Stunde für die 10 km lange Strecke.
Daher scheint das Boot hauptsächlich Touristen anzulocken. Bereits 2024 beantragten die Gemeinden Vilvoorde und Machelen in Flämisch-Brabant und die Stadt Brüssel eine Ausweitung des Angebots, damit Pendler das Boot für ihren täglichen Arbeitsweg nutzen könnten. Dieser Antrag wurde damals abgelehnt, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu schreibt.
Die jährliche Wiederaufnahme des Wasserbus-Betriebs am 1. Mai veranlasste Geoffroy Coomans (MR, frankophone Liberale), der Mobilitätsministerin im Mobilitätsausschuss mehrere kritische Fragen dazu zu stellen. Er erkundigte sich nach dem Verhältnis zwischen Pendlern und Touristen und nach Plänen zur Erweiterung des Angebots oder zur Beschleunigung der Route, um mehr Fahrgäste anzulocken.
Nur für Touristen?
Van den Brandt erklärte, der Wasserbus werde hauptsächlich von Touristen genutzt, unter anderem weil die Fahrten relativ langsam seien. Dies werde durch die Fahrgastzahlen bestätigt, die in den Sommermonaten Juli und August deutlich höher liegen, als in den anderen Monaten. Höhepunkt. Die Nutzung sei im Oktober am geringsten.
Laut Van den Brandt könne der Wasserbus für Pendler nicht mit der Bahn konkurrieren, die dieselbe Strecke in nur 8 bis 12 Minuten zurücklege. „Der Wasserbus ist nützlich für die Tourismusentwicklung. Es gibt keine Pläne, eine große Anzahl von Pendlern davon zu überzeugen, ihn täglich zu nutzen. Das ist ein völlig anderes Modell, das Investitionen in weitere Boote und Anlegestellen erfordert.“ Die Ministerin erwägt jedoch, die Wasserbus-Fahrscheine aufgrund ihres touristischen Charakters in das System der Brüsseler Museumstickets zu integrieren.
„Ein Rückschritt“
Coomans hält es für einen Rückschritt, mit dem Wasserbus nur Touristen anzusprechen und das Projekt nicht zu einer vollwertigen Mobilitätsalternative auszubauen: „Bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h kann ich verstehen, warum die Einwohner von Vilvoorde lieber Fahrrad fahren.“
Im vergangenen Jahr beförderte der Wasserbus knapp 27.000 Fahrgäste, weniger als 2023 (41.000) und 2024 (46.000). Dieser Rückgang lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass der Fahrplan 2025 aufgrund des langen Fehlens einer vollwertigen Brüsseler Regionalregierung reduziert wurde. Lange Zeit war sogar ungewiss, ob der Wasserbus in diesem Jahr überhaupt fahren würde.
Vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 verkehrt das Boot wochentags. In der Sommersaison, vom 1. Juli bis zum 15. August, fährt es täglich - also auch an den Wochenenden und danach bis zum 31. Oktober wieder nur wochentags. „Neu in dieser Saison ist der Einsatz weiterer Schiffe, die für zusätzlichen Komfort und ein noch angenehmeres Reiseerlebnis sorgen“, teilt Scaldisnet, der Betreiber der Wasserbusse mit. Ein Ticket kostet 3,50 € und kann im Voraus auch online gekauft werden. Info: https://www.waterbus.eu
