Weil die Flugticketpreise immer weiter steigen, rät Wouter Dewulf, Luftfahrtökonom an der Universität Antwerpen, dazu, mit der Buchung einer Flugreise nicht zu lange zu warten. Durch die Ölkrise steigen die Kerosinpreise weiter, weshalb einige Fluggesellschaften bereits ihr Angebot reduzieren. Zudem werden die höheren Treibstoffkosten den Kunden berechnet.
Kerosinkrise befeuert Flugpreise: keine akute Knappheit in Belgien
Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht im kommenden Monat 160 Flüge, unter anderem nach London und Düsseldorf. „Es handelt sich um eine begrenzte Anzahl europäischer Flüge, die aufgrund der gestiegenen Kerosinkosten derzeit nicht rentabel durchgeführt werden können. Von einem Kerosinmangel kann keine Rede sein“, betont KLM.
Belgien ist gut aufgestellt
KLM ist nicht die einzige Airline, die die Entwicklung der Kerosinpreise aufmerksam verfolgt. Europaweit betrachtet reichen die Vorräte an Flugtreibstoff derzeit noch für etwa sechs Wochen, allerdings mit großen Unterschieden von Land zu Land. Belgien ist dabei vergleichsweise gut aufgestellt.
„Die Vorräte in Belgien, den Niederlanden und Frankreich sind recht gut gefüllt“, bestätigt Dewulf in der Radiosendung De Ochtend. „Dänemark, Schweden, Norwegen, das Vereinigte Königreich sowie einige südeuropäische Länder verfügen hingegen über geringere Reserven.“
Ferienflüge vorerst sicher
Dewulf rechnet damit, dass in den nächsten Monaten weitere Flüge gestrichen werden – vor allem solche mit geringerer Rentabilität: „Billigfluggesellschaften könnten etwa einige Verbindungen nach Osteuropa aus dem Programm nehmen.“
„Die Ferienflüge im Juli, August und September sind jedoch relativ teuer und für die Airlines besonders profitabel. In diesen Monaten erzielen sie den Großteil ihrer Gewinne. Ich erwarte daher nicht, dass Flüge zu beliebten Urlaubszielen gestrichen werden", sagt Luftfahrtökonom Dewulf.
Pauschalreisen könnten teurer werden
Sollte man für den Sommerurlaub noch entspannt abwarten? „Ich hoffe, dass die meisten bereits gebucht haben“, sagt Dewulf: „Denn die Ticketpreise werden weiter steigen. Die höheren Kerosinpreise werden schrittweise in die Flugpreise eingerechnet. Und solange der Krieg im Nahen Osten nicht gelöst ist, rechne ich in den kommenden Wochen mit weiter steigenden Preisen. Mein Rat: möglichst bald buchen.“
Wer bereits ein Flugticket gekauft hat, muss keine Nachzahlungen befürchten, da ein einmal gebuchtes Flugticket seinen Preis behält.
Bei Pauschalreisen könne es allerdings anders aussehen. Manche Pauschalreisen enthalten eine Klausel für Preissteigerungen oder ‑senkungen. Steigt der Preis um mehr als 8 Prozent, hat der Kunde jedoch das Recht, die Pauschalreise zu stornieren. Nur eine Minderheit der Angebote enthält eine solche Klausel. Daher werden die Preise der meisten Pauschalreisen nicht steigen.
