Die Regierung der Region Brüssel‑Hauptstadt hat angekündigt, dass mindestens 14 der sogenannten Brussels Houses geschlossen werden sollen. Diese Büros vertreten Brüssel im Ausland, fördern Brüsseler Unternehmen und werben für die Hauptstadt als Reiseziel. Zu den betroffenen Standorten gehören unter anderem Mailand und Barcelona. Der Abbau der Auslandspräsenz ist Teil eines umfassenderen Spar- und Kürzungsprogramms der Brüsseler Regierung.
Region Brüssel: Fast Hälfte der Brussels Houses im Ausland soll schließen
Am Donnerstag legte die Brüsseler Regionalregierung fest, welche Brussels Houses geschlossen werden.
Die Brussels Houses unterstützen Brüsseler Unternehmen weltweit und präsentieren Brüssel als touristische Destination. Von den derzeit 33 Auslandsbüros sollen mindestens 14 schließen.
Ministerpräsident Boris Dilliès (frankophoner Liberaler, MR) erklärte, die Entscheidung sei im Einklang mit den strategischen Interessen der Region getroffen worden. Berücksichtigt wurden unter anderem die Zahl der jährlich betreuten Kunden pro Büro, der Marktanteil der Brüsseler Exporte sowie der Mehrwert einer lokalen Präsenz vor Ort.
Neben Mailand und Barcelona sollen auch die Brussels Houses in Abu Dhabi, Belgrad, Kopenhagen, Genf, Hanoi, Montevideo, San Francisco, Shanghai und Vancouver schließen. Zuvor hatte Dilliès bereits angekündigt, dass auch das Büro in Havanna, der Hauptstadt Kubas, aufgegeben wird.
Brussels House in Berlin bleibt
Damit würden 18 Brussels Houses bestehen bleiben, unter anderem in Berlin, Dakar, Kinshasa, London, Madrid, Montréal, Nairobi, New York, Paris, Mumbai, Stockholm, Tel Aviv/Ramallah, São Paulo, Tokio und Warschau. Das derzeitige Büro in Singapur soll nach Kuala Lumpur verlegt werden.
Königliche Missionen
Die Brussels Houses in Rabat und Istanbul bleiben vorerst ebenfalls geöffnet, könnten jedoch zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls geschlossen werden. Die Regionalregierung will sie vorläufig beibehalten, da innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre königliche Wirtschaftsmissionen nach Marokko und in die Türkei geplant sind.
„33 Auslandsbüros zu unterhalten, ist ein Luxus, den sich Brüssel derzeit nicht leisten kann“, sagte Dilliès gegenüber Journalisten: „Das Geld muss dort eingesetzt werden, wo es nützlich ist und echten Mehrwert bringt.“
