Zum Hauptinhalt springen
Archivbild

Belgier leihen „stümperhafte“ Fakes von Banksy und Warhol an Kunstakademie in Italien

In Italien ist ein Netzwerk aufgedeckt worden, das gefälschte Pop‑Art produzierte und auslieh. Die Polizei beschlagnahmte 143 Kunstwerke, darunter Fälschungen angeblicher Werke von Banksy, Andy Warhol und Keith Haring. Hinter dem Betrug soll ein belgisches Unternehmen stehen. Drei Belgier stehen unter Verdacht. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

Das Netzwerk wurde im Rahmen der Ausstellung Pop art to street: influences (2024–2025) im süditalienischen Kalabrien enttarnt. Dort wurden Werke bekannter Pop‑Art‑ und Street‑Art‑Künstler wie Banksy und Keith Haring ausgestellt und verkauft. 

Zahlreiche Kunstliebhaber besuchten die Ausstellung, doch der Polizei fiel schnell auf, dass etwas nicht stimmte. Ermittlungen ergaben, dass sämtliche Werke Fälschungen waren. 

Insgesamt wurden auf der Kunstmesse 133 Gemälde, Skulpturen und grafische Arbeiten beschlagnahmt. 

Die italienische Polizei erklärte anschließend, dass ein belgisches Unternehmen hinter dem Betrug stecke. Dieses habe die angeblich authentischen Kunstwerke an die Kunstakademie von Reggio Calabria verliehen, die dafür 50.000 Euro zahlte. Zudem soll das Unternehmen an den Einnahmen aus Ticket‑ und Kunstverkäufen beteiligt gewesen sein. 

Drei Belgier unter Verdacht 

Derzeit laufen Ermittlungen gegen drei Belgier sowie gegen drei mit ihnen verbundene belgische Unternehmen, darunter jenes, das die Werke an die Kunstakademie vermietete. 

Nach Angaben der italienischen Polizei handelte es sich um „geradezu stümperhafte“ Fälschungen. 

„Besonders professionell war das alles nicht“, hieß es. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Unternehmen „ein komplexes kriminelles Netzwerk aufgebaut hatte, das sich auf die Massenproduktion gefälschter Kunstwerke bekannter Künstler spezialisiert hatte“. 

Auch in Lüttich wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Dabei wurden weitere zehn gefälschte Banksy‑Werke beschlagnahmt. Elf weitere Werke werden derzeit noch auf ihre Echtheit geprüft.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5