Der Anteil flämischer Landwirte, die Schwierigkeiten beim Absatz ihrer Produkte haben, ist so hoch wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Dies geht aus einem Konjunkturbarometer der Flämischen Agentur für Landwirtschaft und Fischerei hervor. Die halbjährliche Umfrage zeigt, dass 31 % der Landwirte in den vergangenen sechs Monaten Absatzprobleme hatten - der höchste Wert seit 2015.
Freilandgemüse und besonders Kartoffeln: Auffallend viele flämische Landwirte kämpfen mit Absatzproblemen
Besonders betroffen sind die Bereiche Freilandgemüse (64 %), Zierpflanzenanbau im Gewächshaus (50 %) und Obstbau (46 %). Der Anteil der Landwirte mit finanziellen Schwierigkeiten stieg von 13 auf 21 %.
Für Freilandgemüsebauern gestalteten sich die Verhandlungen mit Gemüse-Verarbeitungsbetrieben im Winter „sehr schwierig“, so Bart Merckaert, Pressesprecher der Agentur für Landwirtschaft und Fischerei. Anstatt Verträge abzuschließen, die den Landwirten Einkommenssicherheit bieten, wollen die Verarbeitungsbetriebe zunehmend auf den freien Markt umsteigen, um besser auf die eigene Nachfrage reagieren zu können.
Für Kartoffelbauern hingegen sind es gigantische Überschüsse, die zu Absatzproblemen führen. Tonnenweise Kartoffeln finden keine Abnehmer, auch nicht bei den Tiefkühlkost-Herstellern. Teilweise verschenk(t)en die Landwirte ihre Erzeugnisse.
Im letzten Jahr lagen die Preise für Kartoffeln vergleichsweise hoch, was zu umfangreicheren Anbauflächen führte. Aufgrund des großen Angebots fallen die Preise aber jetzt. Am 18. April organisiert die Branche eine Sonderaktion, bei der Verbraucher Kartoffeln einmalig zu niedrigen Preisen erwerben können.
