Drei Krankenhäuser in Flandern und Brüssel haben eine KI-Anwendung entwickelt, die Patienten hilft, ihre Arztberichte zu verstehen. Beteiligt sind die Antwerpener Klinikgruppe ZAS, die Allgemein-Klinik AZ Maria Middelares in Gent und die Brüsseler Uniklinik (UZ Brussel).
Flämische und Brüsseler Krankenhäuser nutzen KI für verständliche Arztberichte
Die Initiative mit Nutzung der Künstlichen Intelligenz (KI) begegnet einem langjährigen Problem: Patienten erhalten regelmäßig Arztberichte und Entlassungsbriefe in schwer verständlichem oder sogar gänzlich unverständlichem medizinischen Fachjargon. Die neue Anwendung schafft Abhilfe, indem sie für jedes Dokument eine leicht verständliche Version erstellt. Patienten erhalten ihren Bericht sowohl in der Standardversion als auch in einer KI-generierten, verständlichen Fassung.
Die Vorteile sind erheblich. Patienten verstehen ihre Gesundheitssituation besser, können gezieltere Fragen im Arztgespräch stellen und halten sich besser an die für sie vorgesehene Therapie. Auch der Datenschutz profitiert: Patienten müssen keine sensiblen medizinischen Daten mehr mit kommerziellen Plattformen wie ChatGPT teilen.
Kein Ersatz für die Standardversion
Patienten und - falls gewünscht - ihre Angehörigen oder Betreuer können die verständlichen Versionen über staatliche Gesundheitsportale oder ein Patientenportal abrufen. Die vereinfachten Versionen werden nicht von Ärzten geprüft und dienen lediglich der Ergänzung, nicht dem Ersatz des Originalberichts oder der direkten Kommunikation mit einem Arzt.
Die Anwendung wird derzeit ausschließlich von ZAS-Patienten mit rheumatischen und Nierenerkrankungen getestet – einer Klinik-Gruppe, die jährlich rund 40.000 medizinische Berichte erstellt. In der ersten Phase ist die Anwendung auf Niederländisch, Französisch und Englisch verfügbar - weitere Sprachen und medizinische Fachrichtungen folgen. Die Entwicklung der Anwendung erfolgte mit Unterstützung des belgischen Gesundheitsministeriums.
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