Seit Mittwochmorgen um 6 Uhr führt die Polizei in Belgien einen weiteren Blitzmarathon durch. 24 Stunden lang werden an Hunderten von Standorten Geschwindigkeitsübertretungen kontrolliert. „Kontrollen sind weiterhin notwendig“, so die Polizei. Beim letzten Blitzmarathon wurden 47.500 Bußgelder wegen Geschwindigkeitsübertretungen verhängt.
Blitzmarathon in Belgien gestartet: Polizei kontrolliert an 658 Standorten
Der 24. Blitzmarathon u.a. Kontrollen der Durchschnittsgeschwindigkeiten im Rahmen von sogenannten Abschnittskontrollen. Der Begriff Abschnittskontrolle bezeichnet ein System zur Überwachung von Tempolimits im Straßenverkehr, bei dem nicht die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke. Hierzulande wird diese Methode „Trajekt-Kontrolle“ genannt.
Daneben werden zusätzlich mobile Teams zur Geschwindigkeitsüberwachung eingesetzt. Die Kontrollen finden an 658 Standorten statt, wobei ein besonderes Augenmerk auf Bereiche mit erhöhtem Gefahrenpotenzial gelegt wird, wie z.B. 30-km/h-Zonen, Umgebungen von Schulen und neuralgische Orte mit vielen sogenannten „schwachen Verkehrsteilnehmern“, also Fußgänger oder Radfahrer
Die Kontrollen sind Teil der koordinierten europäischen Kampagne ROADPOL, bei der Polizeibehörden in mehreren Ländern gleichzeitig Geschwindigkeitskontrollen durchführen.
Jeder Dritte fährt zu schnell
Eine aktuelle Umfrage von Vias, das belgische Institut für Verkehrssicherheit, zeigt, dass mehr als jeder dritte Belgier regelmäßig zu schnell fährt. Mehr als ein Viertel der Belgier (26 %) gibt zu, mehrmals im Monat die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten, fast jeder Zehnte (9 %) tut dies mehrmals pro Woche und 3 % nach eigenen Angaben sogar täglich.
Zweimal jährlich – Leider notwendig
Der Blitzer-Marathon findet in Belgien zweimal jährlich statt. Bei der letzten Ausgabe im November 2025 wurden Fahrer an 645 Standorten kontrolliert. Dabei wurden seinerzeit fast 47.500 Geschwindigkeitsübertretungen registriert. Das entsprach mehr als 4 % der kontrollierten Fahrzeuge. 102 Fahrern wurde der Führerschein entzogen – ebenfalls mehr als bei der vorherigen Ausgabe.
„Das zeigt, dass zu schnelles Fahren immer noch tief in unserem Fahrverhalten verankert ist“, sagte Sofie Lenaerts von der Verkehrspolizei gegenüber VRT NWS: „Es gibt noch viel zu tun. Das ist eine der häufigsten Verkehrsverstöße. Dies führt zu Unfällen, oft zu sehr schweren Unfällen. Die Durchsetzung der Regeln bleibt daher notwendig, wir bitten aber auch die Öffentlichkeit um eine Verhaltensänderung.“
