Das Handelsgericht von Gent bestellt einen Sachverständigen, der die Schäden durch die Ölpest im Hafen von Antwerpen begutachten soll. Dies teilte Gent ein Sprecher der Staatsanwaltschaften von West- und Ostflandern mit. Dieser Schritt erfolgte auf Antrag der Reederei MSC, die das für die Ölpest verantwortliche Containerschiff betreibt. Das ausgelaufene Öl hat bereits mehrere Naturschutzgebiete verseucht. Der Sachverständige, ein Mitglied der der Nautischen Kommission für die Seeschifffahrt, wird die Folgen des Vorfalls untersuchen und einen Bericht erstellen.
Die Justiz bestellt einen Sachverständigen zur Begutachtung der Schäden durch die Ölpest im Hafen von Antwerpen
Am vergangenen Donnerstag verlor das Schiff „Denmark VI“ der Reederei MSC während einer Betankung im Deurganckdok Öl. Der Schiffsverkehr war über einen längeren Zeitraum stark beeinträchtigt. Seitdem hat sich das Öl weit verbreitet und mehrere Naturschutzgebiete verseucht.
Am rechten Scheldeufer war beispielsweise das Gebiet um Galgenschoor, von Lillo bis zur Zandvliet-Schleuse und der Berendrecht-Schleuse, besonders betroffen. Die Verschmutzung am linken Ufer ist weniger gravierend, doch es wurden am Montag auch in verschiedenen Naturschutzgebieten in Zeeland und nördlich der Westschelde Ölspuren festgestellt.
Untersuchung
Der vom Handelsgericht Gent beauftragte Sachverständige ist mit der Untersuchung der Auswirkungen des Vorfalls betraut. Diese Untersuchung wird später klären, wer für den Schaden verantwortlich ist. Nach der Untersuchung kann dem nach dem Vorfall von der Justiz blockierten Containerschiff die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs gestattet werden.
Das Gericht stellt klar, dass seine Rolle auf die Bestellung des Sachverständigen beschränkt ist. Eine eingehendere Prüfung der Haftungsfragen oder die Ergreifung von Maßnahmen fallen nicht in seine Zuständigkeit.
Aufräumarbeiten
Unterdessen laufen die Ölreinigungsarbeiten im gesamten Hafen von Antwerpen auf Hochtouren. Die Schifffahrt im betroffenen Gebiet ist weiterhin beeinträchtigt. Der Naturschutzverein „Het Zeeuwse Landschap“ startete am Dienstagmorgen ebenfalls eine Aufräumaktion im „Hedwige“-Polder.
Die Umweltorganisation Natuurpunt warnt zudem vor der Ausbreitung von Verschmutzungen aus der Schelde in nahegelegene Naturschutzgebiete, was die Brut bestimmter Vogelarten beeinträchtigen könnte, die ihre Eier in der Vegetation am Ufer ablegen. Es wurden bereits mehrere ölverschmierte Vögel entdeckt und geborgen.

