Aufgrund des explosionsartigen Anstiegs der Kraftstoffpreise entscheiden sich immer mehr Belgier für den Kauf eines Elektroautos. Vor allem gebrauchte kleine E-Autos sind stark gefragt. Das schreibt die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd. „In den vergangenen Wochen ist der Verkauf um 30 bis 35 Prozent gestiegen.“
Hohe Spritpreise treiben Autofahrer zu E-Autos: „Verkauf um 30 bis 35 Prozent gestiegen“
Der Waffenstillstand im Nahen Osten führt am Freitag zwar zu sinkenden Benzin- und Dieselpreisen, doch ölbasierte Kraftstoffe sind weiterhin deutlich teurer als vor Beginn der Krise vor etwas mehr als einem Monat.
Gleichzeitig ist der Strompreis mehr oder weniger stabil geblieben. Daher greifen nun viele zu gebrauchten Elektroautos. Das geht aus einer Umfrage von De Tijd hervor.
Bei neuen Elektroautos ist es noch viel zu früh, einen Effekt der Iran-Krise auf die Verkäufe festzustellen. In der Regel betragen die Lieferzeiten mehrere Monate.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt hingegen, auf dem Privatkunden dominieren, geht es plötzlich sehr schnell. „In den vergangenen Wochen ist der Verkauf gebrauchter Elektroautos um 30 bis 35 Prozent gestiegen“, sagte Koen Claesen, CEO Belux des niederländischen Händlerkonzerns Van Mossel, der Zeitung.
Teures Tanken
Der spektakuläre Anstieg hängt laut Claesen eindeutig mit dem plötzlichen Preissprung bei Benzin und Diesel zusammen. „Ich habe hier Leute im Showroom, die pro Tankfüllung plötzlich 30 Euro mehr bezahlen mussten“, sagte er im Interview.
Auch der Autosupermarkt Cardoen und der Gebrauchtwagenanbieter MyWay des Volkswagen-Importeurs D’Ieteren beobachten denselben Trend.
Dennoch halten große Gebrauchtwagenhändler es für viel zu früh, von einem endgültigen Durchbruch des Elektroautos bei privaten Käufern zu sprechen. Entscheidend sei, wie sich die Kraftstoffkosten in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln.
