Zum Hauptinhalt springen

Im vergangenen Jahr wurden in Flandern mehr als 6.500 Tiere beschlagnahmt: „Flamen sind aufmerksamer geworden“

In Flandern wurden im vergangenen Jahr mehr als 6.500 Tiere beschlagnahmt, weil sie misshandelt oder vernachlässigt wurden. Flamen erstatten immer häufiger Meldung, zudem werden mehr Bußgelder verhängt. „Worüber früher hinweggesehen wurde, kommt heute nicht mehr durch“, sagt der flämische Tierschutzminister Ben Weyts.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Im Jahr 2025 wurden in Flandern täglich rund 18 Tiere beschlagnahmt, insgesamt mehr als 6.500 Tiere bei 822 Beschlagnahmungen. In 4 von 10 Fällen handelt es sich um Geflügel, gefolgt von Hunden, Katzen und Vögeln. 91 Prozent der beschlagnahmten Tiere werden in einem Tierheim untergebracht. Der Rest kommt in Pflegefamilien oder auf landwirtschaftlichen Betrieben unter.

Dabei handelt es sich nicht um eine Rekordzahl. 2023 wurden beispielsweise mehr als 26.000 Tiere beschlagnahmt, allerdings waren darunter rund 20.000 Küken. Auch 2021 lag die Zahl bei fast 7.300 Tieren.

Auffällig ist jedoch, dass die Zahl der Beschlagnahmungen steigt. 2020 gab es noch 534 Fälle, im vergangenen Jahr waren es 822. Behandeln wir unsere Tiere also immer schlechter? Oder wird häufiger Meldung erstattet?

Laut Weyts trifft Letzteres zu. „Ich glaube nicht, dass es mehr Tierleid gibt. Ich denke, dass die Flamen glücklicherweise aufmerksamer geworden sind. Worüber früher hinweggesehen wurde, kommt heute nicht mehr durch“, sagt der Politiker von der nationaldemokratischen N-VA.

Die Zahlen bestätigen das: Innerhalb von sechs Jahren ist die Zahl der Meldungen um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Tierschutz

Diese Meldungen führen auch zu mehr Kontrollen und Bußgeldern. Im vergangenen Jahr gab es rund 6.000 Kontrollen, mehr als 1.000 Verwarnungen und 841 Anzeigen. Zudem wurde mit 522 Bußgeldern eine Rekordzahl verhängt – mehr als eine Verdoppelung innerhalb von sechs Jahren.

„Unser eigenes Inspektionsteam ist deutlich gewachsen. Außerdem haben wir eingeführt, dass es in jeder Polizeizone jemanden gibt, der sich mit Tierschutz befasst“, so Weyts weiter. „Jede Kommunalverwaltung hat inzwischen auch einen Beigeordneten für Tierschutz. Und vor Gericht gibt es inzwischen teilweise eigene Verhandlungstage für Tierschutzfälle.“

„Vor zehn Jahren wäre das undenkbar gewesen. Es wird immer mehr zu einem Thema. Und ich denke, dass das in einer zivilisierten Gesellschaft mehr als angebracht ist“, schließt Weyts.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5