Im vergangenen Jahr hat der Schienennetzbetreiber Infrabel insgesamt 583 Meldungen über Personen auf den Gleisen registriert. Dadurch kam es bei Zügen zusammengerechnet zu bis zu 4,5 Stunden Verspätung pro Tag. In Brüssel‑Nord hat Infrabel zusätzliche Zäune sowie ein kamerabasiertes Warnsystem installiert, um zu verhindern, dass Menschen auf die Gleise gelangen.
583 Meldungen über Personen auf den Gleisen: Infrabel ergreift extra Maßnahmen
„Über die Gleise laufen ist äußerst gefährlich“, sagt Thomas Baeken von Infrabel: „Im vergangenen Jahr sind erneut neun Menschen unter diesen Umständen ums Leben gekommen.“
Wie riskant Gleislaufen sein kann, zeigen Aufnahmen einer unbemannten Infrabel‑Kamera am Brüsseler Nordbahnhof. Darauf ist zu sehen, wie zwei Personen mit Gepäck das meistbefahrene Gleisbündel in Belgien überqueren.
Der Zugverkehr auf der Nord-Süd-Verbindung in Brüssel musste aus Sicherheitsgründen gestoppt werden. Für den gefilmten Vorfall musste Infrabel 117 Züge anhalten, was insgesamt 15 Stunden Verspätung zur Folge hatte.
In der Vergangenheit hatte Infrabel bereits gemeinsam mit der Polizei Maßnahmen ergriffen und Sensibilisierungskampagnen durchgeführt.
Insgesamt zählt Infrabel 102 Hotspots, an denen Personen regelmäßig über die Gleise laufen. Auffällig ist dabei, dass sich die Vorfälle zunehmend in den Bahnhöfen selbst abspielt.
Testprojekt mit Zäunen und KI‑Kameras
Nun folgen weitere Maßnahmen. „Im Bahnhof Brüssel‑Nord haben wir ein Testprojekt gestartet“, erklärt Baeken: „Am Ende mehrerer Bahnsteige wurden Absperrungen angebracht.“ Es handelt sich um eine doppelte Sicherung: eine physische Absperrung und eine virtuelle, bestehend aus einem kamerabasierten System mit künstlicher Intelligenz, das Gleisläufer schneller erkennen soll.
Allein in Brüssel‑Nord wurden im vergangenen Jahr 19 Meldungen über Personen auf den Gleisen registriert. Am Südbahnhof waren es 18, am Zentralbahnhof 15.


