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Eine bemerkenswerte Ausstellung in Ostende zeigt kleine Skulpturen mit großen Namen

In den Venezianische Galerien in Ostende ist derzeit eine Ausstellung zu sehen, die einen Blick auf eher kleine Skulpturen und Figuren lenkt. Die meisten dort zu sehenden Ausstellungsstücke stammen aus der eigenen Sammlung des Museums Mu.ZEE in Ostende. Das sind z.B. Werke von Constant Permeke, Yvonne Serruys und Marthe Donas sowie Guillaume Bijl und Wim Delvoye.

Kristien Bonneure Andreas Kockartz
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Während das Mu.ZEE in Ostende renoviert wird – „Wir liegen im Zeitplan und werden im Frühjahr 2028 wiedereröffnen“, so Direktor Bruno Verbergt –, macht das Museum aus der Not eine Tugend. In den Venezianischen Galerien mit Blick aufs Meer präsentiert das Haus Schätze aus seiner eigenen Sammlung. Die Ausstellung steht unter dem Motto „Kleinskulpturen“ oder „Statuetten“. Manche mögen sie spöttisch als „kleine Figuren“ bezeichnen, doch „das ist vollwertige Kunst“, entgegnet Kurator Stefan Huygebaert: „Diese Künstler hatten hochwertige Skulpturen im Sinn und legten großen Wert auf die Ausführung.“

Tragbare Kunst

Rund 100 dieser kleinen Skulpturen sind in den Venezianischen Galerien ausgestellt. Sie sind für die Platzierung in Innenräumen gedacht, z.B. auf einem Kaminsims, einem Sockel oder einer Fensterbank. Dank ihrer Tragbarkeit lassen sie sich flexibel umstellen. Die Skulpturen sind meist vertikal und stellen oft Menschen oder Tiere dar. Die Ausstellung zeigt auch einen Salon mit Art-déco-Möbeln. Dort dient eine Skulptur des zeitgenössischen Künstlers Dodi Espinosa als Lampenschirm, Briefbeschwerer oder Übertopf für eine Zimmerpflanze.

Das Herzstück der Ausstellung bildet eine Sammlung von Art-déco-Skulpturen aus der eigenen Sammlung des Mu.ZEE, darunter Werke bedeutender Künstler wie Constant Permeke, Oscar Jespers, Oscar De Clerck und Jozef Cantré. „Wir freuen uns sehr über die Dauerleihgabe der Stadt Menen (Westflandern) eines Werks der phänomenale Yvonne Serruys, eine herausragende Bildhauerin des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts“, so Stefan Huygebaert. 

„Frau mit Kelch / Hebe“ von Yvonne Serruys (ca. 1911), Stadt Menen, Dauerleihgabe an Mu.ZEE. Foto © UGent, Gicas, Maximiliaan Martens

Ebenfalls neu erworben für die Sammlung ist eine wunderschöne kleine Skulptur einer Frau mit Kind von Marthe Donas. Das KMSKA (Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen) widmete ihren Gemälden kürzlich eine große Ausstellung. „Dies ist die einzige Skulptur, die sie geschaffen hat“, so Kurator Stefan Huygebaert.

„Mutterschaft“ von Marthe Donas, Sammlung Mu.ZEE. Foto © Steven Decroos

Die Ausstellung erkundet die Vielfalt kleiner Skulpturen. Von besonderem Interesse ist eine Skulptur aus der Privatsammlung von James Ensor. Er malte sie sehr oft, unter anderem neben seiner Mutter auf dem Sterbebett. Lange Zeit hielt man sie für eine Madonna, doch sie entpuppte sich als Abguss einer antiken Frauenfigur mit einem Krug.

Manchmal dienten diese kleinen Figuren als Vorboten größerer Werke. So etwa das monumentale Werk von Jozef Cantré am Gebäude der Großen Post. Eine kleine Gipsversion davon ist in den Venezianischen Galerien ausgestellt.

Gipsmodell von Jozef Cantré für die große Bronzestatue am Postgebäude in Ostende, dem heutigen Kulturzentrum „De Grote Post“. Foto: VRT

Eine Reihe von Figuren des kürzlich verstorbenen Guillaume Bijl ist dort ebenfalls zu sehen - kleine weiße Kopien berühmter Werke wie Rodins „Kuss“. Ebenfalls sehenswert: Wim Delvoyes Spielzeugkiste mit einer Actionfigur von sich selbst, als Ken von Barbie und mit allerlei Zubehör wie seiner Kloaken-Maschine oder seinem tätowierten Schwein.

Neben den kleinen Skulpturen in der langgestreckten Galerie sind in einem runden Raum weitere Werke von Wim Delvoye zu sehen. Darunter ein Betonmischer aus barock geschnitztem Holz, eine imposante Riesenkonstruktion mit Gasleitungen auf eleganten Keramiksockeln und ein Frühwerk Delvoyes, gemalt auf einem Perserteppich.

„Chantier IV“ von Wim Delvoye, 1994, Foto VRT

“Statuettes. Kleinsculptuur in huis”  in den Venetiaanse Gaanderijen in Ostende bis zum 3 Januar 2027. Info: https://www.muzee.be/nl/te-zien-1?

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