Soldaten in Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen – vielleicht erinnert man sich noch daran. Seit diesem Freitag patrouillieren sie wieder in den Brüsseler Bahnhöfen und zwar gemeinsam mit der Bahnpolizei. Innerhalb der Bundesregierung gab es allerdings lange Diskussionen über diese Maßnahme und ihre genaue Rolle, doch jetzt beginnt der Einsatz.
Bereits letzte Woche waren Soldaten im Einsatz, um jüdische Einrichtungen in Antwerpen und Brüssel zu sichern. Jetzt werden sie auch in mehreren Brüsseler Bahnhöfen zur Sicherheit eingesetzt.
Warum genau werden die Soldaten eingesetzt?
Sie sollen die Polizei im Kampf gegen Drogenhandel und Kriminalität unterstützen und so das Sicherheitsgefühl stärken. Insgesamt werden aktuell rund 45 Soldaten gemeinsam mit Polizisten im Einsatz sein. Ziel ist, die Anzahl solcher Patrouillen auf mittelfristig zu verdoppeln.
Vor zehn Jahren, nach den Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen in Zaventem und auf die Metrostation Maalbeek im Herzen der Hauptstadt, patrouillierten ebenfalls Soldaten in unseren Straßen.
Lässt sich dieser Einsatz mit dem von heute vergleichen?
Nein, es handelt sich nicht um dasselbe System. Während der Operation, die nach den Anschlägen in Europa, darunter auch in Frankreich und in der belgischen Hauptstadt, sechs Jahre dauerte, wurden Soldaten im ganzen Land eingesetzt. In der Spitzenzeit waren es 1.800 Soldaten, die hier z.B. in Brüssel in Viererteams patrouillierten.
Heute unterstützt das Militär die Polizei, die die Gegend und die Probleme hier gut kennt. Die Soldaten dürfen selbstverständlich in Notwehr handeln, ansonsten unterstützen sie die Polizei bei der Identifizierung, Durchsuchung oder Festnahme von Personen. Sie unterstehen damit dem polizeilichen Kommando.


