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Bildungsqualität sinkt weiter: schlechte Noten für jede fünfte Schule in Flandern

Fast jede fünfte Schule in Flandern erhält von der Bildungsinspektion Minuspunkte. Bei 18 Prozent der Schulen stellte die Inspektion mehrere oder schwerwiegende Mängel fest. Im Sekundarschulbereich ist die Lage noch ernster: Dort betrifft dies nahezu jede vierte Schule. Bildungsministerin Zuhal Demir (N‑VA) ist nicht überrascht, dass die Zahlen schlechter als im Vorjahr.

Belga Martina Luxen
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Wer wissen möchte, wie die Schule seiner Kinder abschneidet, kann sich auf der Website von Onderwijs Vlaanderen informieren.

Insgesamt führte die Inspektion 621 vollständige Schulinspektionen sowie 598 Zwischenbesuche durch. 

„Die Zahlen sind schlechter als im letzten Jahr. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen“, reagiert die flämische Bildungsministerin Zuhal Demir (nationalistische N‑VA-Partei) auf die Ergebnisse des Onderwijsspiegel 2026, des jährlichen Berichts der Bildungsinspektion. 

Nach dieser Inspektionsrunde erhielten 18 Prozent der Schulen ein negatives Gutachten. Das bedeutet, dass mehrere oder gravierende Mängel festgestellt wurden. 

Im Sekundarunterricht ist die Situation besonders besorgniserregend: Dort erhält sogar ein Viertel der Schulen ein negatives Urteil. 

Bildungsministerin in Flandern ist Zuhal Demir von der nationalistischen N-VA.

Strukturelle Schwachstellen 

Die Bildungsinspektion nennt mehrere wiederkehrende Probleme: 

  • Schulen setzen ihre pädagogische Vision oft nicht konsequent im Unterricht um. 

  • Es bestehen große Qualitätsunterschiede zwischen Lehrkräften. 

  • Daten werden zu wenig genutzt. 

  • Die Schülerbegleitung ist nicht immer zielgerichtet. 

Wie kann es besser werden? 

Schulen mit einem negativen Gutachten erhalten eine verpflichtende Begleitung und werden erneut von der Inspektion besucht, erklärt Generalinspektorin Katrien Bonneux. Zudem erhält jede überprüfte Schule individuelles Feedback. 

Bonneux gibt darüber hinaus einige allgemeine Empfehlungen: 

  • Hohe Erwartungen setzen: „Klare und ambitionierte Ziele wirken sich positiv auf die Lernleistungen aus.“ 

  • Nachhaltige Weiterbildung fördern: „Setzen Sie auf langfristige Programme, in denen Lehrkräfte Fachwissen aufbauen und aktiv miteinander teilen.“

  • Niederländisch in allen Fächern stärken: „Sprache ist nicht nur Aufgabe des Niederländischunterrichts, sondern sollte auch in anderen Fächern gezielt gefördert werden.“ 

  • Zusammenarbeit mit allen Beteiligten: „Eltern und Schülerinnen und Schüler als gleichwertige Partner einbeziehen und klare Absprachen treffen. Auch die Abstimmung mit externen Partnern wie dem Schülerberatungszentrum (CLB), Förderzentren und pädagogischen Beratungsdiensten ist wichtig.“ 

Nicht überraschend

Die enttäuschenden Ergebnisse kommen für Ministerin Demir nicht völlig überraschend: 

„Sie stehen im Einklang mit früheren Studien. Das Bildungsniveau verschlechtert sich seit rund 20 Jahren. Eine solche Entwicklung lässt sich nicht von heute auf morgen umkehren.“ 

Es müsse also deutlich besser werden. Wie will die Ministerin das angehen? 

„Wir setzen ganz am Anfang an – bei den Kleinkindern. Außerdem wollen wir den Fokus wieder stärker auf Wissen legen“, so Demir. 

Zudem hofft sie, dass neue Mindestziele, mehr Ordnung und Ruhe im Klassenzimmer sowie ein stärkerer Fokus auf wirksame Didaktik ab September zu besseren Ergebnissen führen werden. 

„Solange diese Politik nicht umgesetzt ist, kann man keine anderen Resultate erwarten“, sagt Demir. 

„Und auch danach wird es Zeit brauchen. Ich rechne deshalb damit, dass wir in den kommenden Monaten und Jahren noch weitere schlechte Berichte sehen werden.“ 

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