In Zukunft muss Werbung für alkoholische Getränke in Belgien mit dem Warnhinweis „Alkohol schadet der Gesundheit“ versehen sein. Dies beschloss die belgische Bundesregierung Ende der vergangenen Woche. Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) will damit in erster Linie jüngere Leute schützen.
Nach langem Hin und Her haben die Koalitionspartner auf belgischer Bundesebene dem Vorschlag des flämischen Sozialisten Vandenbroucke zugestimmt. Im Fokus dieser neuen Regelung stehen in erster Linie Kinder und Jugendliche. Die Maßnahme sieht zudem vor, dass Werbung für alkoholische oder alkoholhaltige Getränke, die sich spezifisch an junge Menschen richtet, verboten wird.
Dies richtet sich auch und gerade für derartige Werbung in den Medien – Print, TV, Radio oder soziale bzw. digitale Medien. Das Verbot greift, wenn es sich bei den jeweiligen Medien bei mehr als 30 % der User, Leser oder Zuschauer um minderjährige Jugendliche handelt. Besonders betrifft dies Influencer, wenn deren Publikum aus Kindern und Jugendlichen besteht.
Das entsprechende Gesetz untersagt auch die kostenlose Verteilung von alkoholischen Getränken in der Öffentlichkeit oder im Rahmen von Veranstaltungen. Doch auch Erwachsene sind angesprochen, denn der zukünftig verpflichtete Warnhinweis „Alkohol schadet der Gesundheit“ ist auf allen Werbungen zu erkennen – sprich für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene.
Die Getränkebrache, sowohl der Einzelhandel, als auch die Hersteller, kritisieren dieses neue Gesetz und wirft der Politik vor, damit Alkohol generell zu brandmarken. Hier hätte man sich eher Programme gegen Alkoholmissbrauch oder -sucht gewünscht.
