Vor 40 Jahren schlossen die Werften in Baasrode nach 80 Jahren Betrieb ihre Tore. Seitdem sind die Werkstätten unverändert geblieben. Die Maschinen, die jahrzehntelang zum Bau und zur Reparatur von Binnenschiffen eingesetzt wurden, stehen noch immer dort, genau wie 1986. Die Werkstätten sind die ältesten ihrer Art in Belgien und gehören heute der Provinz Ostflandern. Die Anlagen sind bei allem Respekt vor der Originalität museal aufgewertet worden und können ab diesem Wochenende besichtigt werden.
Die historischen Schiffswerften in Baasrode in Ostflandern werden zum Museum
Man mag es kaum glauben, aber 1910 waren dies hochmoderne Werkstätten für den Bau von Binnenschiffen. Bis zur Schließung 1986 wurden sie kaum modernisiert. Selbst die letzten Mitarbeiter arbeiteten hier bis zuletzt mit traditionellen handwerklichen Methoden. So mussten sie beispielsweise Eisenträger im Feuer erhitzen, bevor sie diese von Hand bearbeiten konnten.
In den 1980er-Jahren ging es in der Branche rapide bergab. Immer weniger Schiffe wurden gebaut und auch in Baasrode wurden nur noch Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt. Das änderte sich 1986, als die Werft schloss. Und bemerkenswert: Alles blieb fast 40 Jahre lang unverändert. Zu den Zeugnissen gehören eine vergessene Mütze an der Wand, eine Jeans in einem Spind und Zigaretten neben einem Automaten. Dieses Erbe ist nahezu einzigartig.
Die Provinz Ostflandern hat das Gelände erworben und eröffnet die Schiffswerften von Baasrode an diesem Wochenende für die Besucher. Ein eigens angelegter Weg führt durch die Werkstätten und spezielle Bildschirme erwecken die Maschinen zu neuem Leben. Auch die Geschichten der ehemaligen Mitarbeiter finden hier ihren Platz.
Die Schiffswerften können zwischen Juli und September auch mit den Zügen der Museumseisenbahn „Stoomtrein Dendermonde-Puurs “ besucht werden. Infos zum Schiffsmuseum: visit.dendermonde.be/de
