Maasmechelen in der flämischen Provinz Limburg hat ein besonderes neues Kunstwerk bekommen: „Reflection“ der niederländischen Künstlerin Germaine Kruip. Diese monumentale Klangskulptur, die vor einigen Tagen eingeweiht wurde, ist eine poetische Hommage an die historischen Fähren über die Maas. Mit der Bekanntgabe von Jennifer Tee als letzter Künstlerin ist das Programm von „Kunst an der Maas“ jetzt vollständig.
"Kunst an der Maas" - Germaine Kruip ehrt die verschwundene Fähre mit einer Klangskulptur in Maasmechelen
Hommage an eine verschwundene Fähre
Die Maas war schon immer ein Fluss der Verbindung. Bis in die 1950er Jahre verkehrte eine kleine Fähre zwischen Meeswijk und Urmond hin- und her und verband die beiden Ufer. Die Bewohner des Maastals teilen eine gemeinsame Geschichte, Traditionen und Dialekte. An der Stelle der ehemaligen Fähre setzt Kruip mit ihrer Skulptur ein Zeichen der Erinnerung an diese Geschichte.
Von Beginn des Projekts an war eine lokale Arbeitsgruppe aus Maasmechelen intensiv beteiligt. Ihnen war es wichtig, ein Kunstwerk zu schaffen, das die Atmosphäre der Landschaft verstärkt, ohne sie zu dominieren. Gemeinsam mit dem Haus für aktuelle Kunst, Design und Architektur Z33 in Hasselt und dem Regionalen Landschaftsverband Kempen & Maasland setzten sie sich mit dem Charakter des Ortes, seiner Geschichte und dem Wunsch nach einer zurückhaltenden, poetischen und bedeutungsvollen Skulptur auseinander. Germaine Kruip wurde einstimmig ausgewählt, um diese Ambition zu verwirklichen.
Eine immersive Klangskulptur
„Reflection“ ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Musikinstrument. Besucher können das Instrument mit einem speziell entworfenen Klöppel anschlagen, wodurch ein tiefer, meditativer Klang ertönt. Der Gong erinnert an die Glocke der alten Fähre, die bis in die 1950er Jahre an diesem Ort zu hören war. Der Klang drückt ein Verlangen nach Verbindung aus – mit dem anderen Ufer, mit der Landschaft und mit dem Moment.
Die Skulptur besteht aus einer 5 Meter langen vertikalen Messingstange, die von dem renommierten Instrumentenbauer Thein Brass in Bremen auf Maß gestimmt wurde. Die Stange schwebt zwischen zwei schmalen, zehn Meter hohen Pfosten, die 32 Meter voneinander entfernt stehen und so gestaltet sind, dass sie sich visuell in die Landschaft einfügen. Zwei Bänke aus schwarzem Granit laden zum Verweilen ein und bieten einen Ausblick auf das Wasser.
Der Name der letzten Künstlerin für „Kunst an der Maas“ bekannt gegeben: Es ist Jennifer Tee
Neben Germaine Kruip wird Maasmechelen diesen Sommer um ein weiteres neues Werk bereichert. Mit Jennifer Tee geben Visit Flanders und Z33 einen letzten neuen Namen für „Kunst an der Maas“ bekannt.
Tee realisiert eine neue Skulptur – „Womb of Time“ – auf dem Schlossgelände Vilain XIIII in Maasmechelen. Das Anwesen verdankt seinen reichen Baumbestand Charles Vilain XIIII (1803–1878), einem belgischen Politiker, Diplomaten und leidenschaftlichen Dendrologen, der den Park im 19. Jahrhundert neu anlegen ließ. Bei einem Spaziergang über das Anwesen wählte sie verschiedene Blätter von Bäumen aus, deren Abdrücke sie in Ziegelsteine einarbeitete. Damit setzt Tee zum ersten Mal ihre international geschätzten „Tampan Tulip“-Collagen in eine öffentliche Ziegelsteinskulptur um.
Praktische Informationen
Das Kunstwerk von Germaine Kuip befindet sich zwischen den Fahrradknotenpunkten 50 und 56, entlang des Maasdeichs, etwa einen Kilometer von der Autofähre entfernt. Auch die orangefarbene (10 km) und die blaue (5 km) Wanderroute des Wandergebiets „Leut“ führen an diesem Ort vorbei.
Über Kunst an der Maas
Kunst an der Maas ist eine Initiative des Hauses für zeitgenössische Kunst, Design & Architektur Z33 (Hasselt) und der Regionalen Landschaft Kempen & Maasland. Unterstützt wird das Projekt von Flandern und zwar von Toerisme Vlaanderen/Visit Flanders und dem Fonds Culturele Infrastructuur (FoCI) sowie den fünf flämischen Maasgemeinden (Kinrooi, Maaseik, Dilsen-Stokkem, Maasmechelen und Lanaken). Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit zahlreichen im Maastal aktiven Akteuren umgesetzt.
Den Auftakt bildete „Tree of Life“ von Mark Dion, das seit Sommer 2022 in Herbricht (Lanaken) zu sehen ist. Im 2025 folgten „Moeder! Oui dream till the end“ von Laure Prouvost auf dem Bastion in Kessenich (Kinrooi) sowie „Echoes of a Landscape“ von Adrien Tirtiaux am Klauwenhofweg in Maaseik. Im Jahr 2026 folg(t)en neben dem Werk von Germaine Kruip auch die Enthüllung von „Future Fossil“ von Koen Vanmechelen in Dilsen-Stokkem sowie ein neues Werk von Jennifer Tee in Maasmechelen.
Quelle: Pressemitteilung Z33

