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Das belgische Königspaar besucht Norwegen – Es geht auch um Energie, um Verteidigung und um die Nordsee

König Philippe und Königin Mathilde sind am Dienstag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Norwegen eingetroffen. Im Zentrum der Gespräche stehen die wirtschaftliche, die militärische und die energietechnische Zusammenarbeit beider Länder. 

Andreas Kockartz
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Die beiden Könige, Philippe von Belgien und König Harald von Norwegen (Foto oben), sprechen gemeinsam mit Vertretern beider Länder in erster Linie über die Energiepolitik. Das hat seinen Grund, denn Norwegen ist der wichtigste Gaslieferant für die EU und Belgien fungiert hier mit seinem Gas- und LNG-Hub im Hafen von Zeebrügge und seinen Pipelines (z.B. nach Deutschland) als Dreh- und Angelpunkt.

Eine rund 800 km lange Pipeline, die über den Nordseeboden verläuft, verbindet zudem beide Länder. Und das ist der springende Punkt: Die dahingehende Kooperation Belgiens und Norwegens soll nachhaltiger werden. Es geht um nichts geringeres, als dass die Nordsee zu einer Art Kraftwerk für Europa werden soll. Beide Länder wollen zur Energieversorgung die Windkraft auf der Nordsee massiv ausbauen und den hier gewonnen Strom mit Tiefseekabeln transportieren.

Windenergie

„Offshore-Windkraft ist ein strategischer Wirtschaftszweig für Flandern, den wir fördern und ausbauen müssen“, so der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA): „Wir müssen das Know-how und die Kapazitäten im eigenen Land - in Europa - halten, damit wir bei unserer Energieversorgung nicht von externen Anbietern abhängig werden.“

„CCS-Technologie“

Ein weiteres wichtiges Thema der Gespräche ist die sogenannte „CCS-Technologie“ (Carbon Capture and Storage), mit der Belgien plant, CO₂ aus industriellen Produktionsprozessen nach Norwegen zu exportieren. Dort soll es dauerhaft in Speicheranlagen im Meeresboden abgelagert werden, um nicht in die Atmosphäre abgelassen zu werden.

Belgische Unternehmen wie Fluxys und Exmar möchten Logistikpartner für den Transport dieses CO₂ aus belgischen, französischen und deutschen Industrieanlagen werden. Dies soll über eine CO₂-Pipeline erfolgen, die parallel zur „Zeepipe“-Gaspipeline auf dem Meeresboden der Nordsee verläuft.

Militärische Kooperation rund um die Nordsee

Belgien und Norwegen werden auch militärisch näher aneinanderrücken. Die Nordsee ist in jeglicher Hinsicht ein Transport- und Kommunikationsnetz über die bereits erwähnte Pipeline und über Unterseekabel, dass es zu schützen gilt. Dabei geht es konkret um den Schutz der kritischen Infrastruktur gegen Störung und Beschädigung durch der EU weniger geneigte Länder. Ohnehin ist das NATO-Land Norwegen mit seiner geografischen Lage zwischen Russland und der EU eine Art Schutzschild.

Nicht zuletzt ist Belgien Kunde bei der norwegischen Rüstungsindustrie. Die belgische Armee kauft dort das hochmoderne Luftabwehrsystem NASAMS (National Advanced Surface-to-Air Missile System) vom Rüstungsbetrieb Kongsberg Defence & Aerospace. Auch andere Länder beschaffen das NASAMS-System, um die Luftabwehr international anzugleichen. Belgien erwirbt über die Niederlande 10 der entsprechenden Batterien von Norwegen. 

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