Zur Stoßzeit am frühen Montagabend musste der Brüsseler Bahnhof Süd/Midi geräumt werden. In zwei Zügen wurden quasi gleichzeitig verdächtige Gegenstände entdeckt. Daraufhin wurden der Bahnhof und auch die Metrostation evakuiert, denn man wollte nichts dem Zufall überlassen. Nach einigen Stunden konnte aber Entwarnung gegeben werden und der Zugverkehr konnte wieder in Fahrt kommen.
Verdächtige Gegenstände: Bahnhof Brüssel Süd/Midi am Montagabend geräumt
Gegen 17 Uhr 20 wurden verdächtige Gegenstände in zwei Zügen in Brüssel Süd/Midi entdeckt, einer in einem Zug auf Gleis 18 und ein weiterer in einem Zug auf Gleis 20. Als der Bahnhof geräumt war, durchsuchten mehrere Polizeistreifen und Teams der Bahnpolizei das Gebäude und die angehaltenen Züge. Zudem rückte der Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee, DOVO, an.
Durch die Tatsache, dass die beiden Pakete so dicht beieinander entdeckt wurden, ging man zunächst vom Schlimmsten aus. Doch als die DOVO-Fachleute die Gegenstände kontrolliert und neutralisiert hatten, konnte Entwarnung gegeben werden. Einer der Zugbegleiter, der eines der Pakete entdeckt hatte, sagte gegenüber VRT NWS, dass er einen „zylinderförmigen Beutel“ fand, auf dem ein Handy mit Kabeln lag und auf dem die Worte „explosiv“ und „korrosiv“ geschrieben standen.
Verspätungen in ganz Belgien
Gegen 19 Uhr 15 wurde der Zugverkehr durch Brüssel wieder aufgenommen, wenn auch einige Züge noch nicht in Süd/Midi halten durften. In den anderen Brüsseler Bahnhöfen Nord und Zentral mussten zahllose Pendler ausharren, da kein Zug fuhr. Das Problem weitete sich durch fast das ganze Land aus, da sehr viele Reisezüge durch die sogenannte Nord-Süd-Verbindung in Brüssel durchfahren.
Bis zur Stoßzeit am Dienstagmorgen war der Bahnverkehr in Belgien dann wieder geregelt und es gab so gut wie keine Verspätung, die mit dem Vorfall am Vortag zu tun hatten.
Ermittlungen
Die Pakete erwiesen sich letztendlich als harmlos, dennoch hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Bedrohung eingeleitet. „Die Tatsache, dass ein verdächtiges Paket ungefährlich war, ändert nichts an der Straftat“, so die Staatsanwaltschaft. Dem oder den Tätern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. So wurden die Pakete wurden zur Spurenanalyse an ein forensisches Labor geschickt und die Aufnahmen der Überwachungskameras werden ausgewertet.
Der falsche Bombenalarm sorgte dafür, dass etwa 300 Züge ganz oder teilweise gestrichen werden mussten. Dies teilte die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB mit. Die Züge, die dennoch fuhren, hatten Verspätungen von insgesamt über 300 Stunden. Das genaue Ausmaß des Schadens lässt sich noch nicht feststellen, so ein Bahnsprecher.
