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Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen im Brüsseler Nordviertel: Sexarbeiterinnen befürchten Einkommensverluste

Sexarbeiterinnen in der Aarschotstraat hinter dem Brüsseler Nordbahnhof (Foto oben) riskieren erhebliche Einkommensverluste aufgrund des neuen Sicherheitsplans für das Nordviertel. Dies kritisierte der belgische Sexarbeiter- und Sexarbeiterinnenverband Utsopi nach der Entscheidung der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinden Schaarbeek und Sint-Joost-ten-Noode, alle Cafés und Geschäfte im Brüsseler Nordviertel ab 1 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens zu schließen. Das betrifft auch die Bordelle in der Aarschotstraat.

Andreas Kockartz Belga
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Die Bürgermeister von Schaerbeek, Martin de Brabant (MR, frankophone Liberale), und Saint-Josse-ten-Noode, Emir Kir (LB, unabhängig), gaben diese Woche die Schließung der Geschäfte, Gastronomie-Unternehmen und Bordelle im sogenannten Brabant-Viertel und im Nordviertel hinter dem Nordbahnhof zwischen 1 und 6 Uhr nachts bekannt. Diese Maßnahme soll der besorgniserregenden Sicherheitslage im Viertel entgegenwirken, die insbesondere durch Drogenhandel und -konsum, darunter Crack, Kokain und Heroin, gekennzeichnet ist. Berichten zufolge werden einige Betriebe auch zur Geldwäsche genutzt.

„Angesichts der sich verschärfenden Sicherheitslage im Nordviertel konnten wir nicht länger tatenlos zusehen. Es war höchste Zeit zu handeln, um den Anwohnern ruhige und friedliche Nächte zu ermöglichen“, sagte Schaarbeeks Bürgermeister de Brabant. Diese Maßnahmen wurden im Rahmen der Lokalen Task Force beschlossen, der Vertreter aus Schaerbeek, Sint-Joost, der Brüsseler Staatsanwaltschaft, safe.brussels und der Polizeizone Brüssel-Nord angehören. Der Nordbezirk, der seit April 2024 als regionaler Brennpunkt gilt, wird auf kommunaler und regionaler Ebene koordiniert angegangen.

„Diese Maßnahme könnte die illegale Prostitution weiter ankurbeln“

Die nächtliche Schließung würde zahlreiche Cafés und Lebensmittelläden, insbesondere aber die Bordelle in der Aarschotstraat betreffen. Die Entscheidung muss noch von den jeweiligen Gemeinderäten bestätigt werden.

Der Sexarbeiter- und Sexarbeiterinnenverband Utsopi hat diese Maßnahme scharf kritisiert. „Dieser Plan ignoriert völlig die Realität der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Brüssel“, erklärte Daan Bauwens, der Anwalt des Verbandes: „Wir betonen ebenfalls, dass die Sicherheitslage in der Gegend katastrophal ist, aber wir sehen nicht, wie diese Entscheidung die Sicherheit verbessern soll, weder für Passanten noch für Sexarbeiterinnen.“

Laut Anwalt Bauwens riskieren Letztere, den Großteil ihres Einkommens zu verlieren. Er befürchtet zudem, dass die Maßnahme der illegalen Prostitution weiter in die Hände spielen könnte. „Die Sexarbeiterinnen werden auch nach Ladenschluss weiterarbeiten“, fügte er hinzu: „Dadurch steigt das Risiko von Gewalt und Ausbeutung.“ Utsopi bedauerte außerdem, nicht in die Entwicklung des Sicherheitsplans einbezogen worden zu sein.

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