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Erdbeben der Stärke 3,1 im Osten der Provinz Lüttich: Viele Menschen spürten die Erschütterungen

In den Gemeinden Baelen und Jalhay im Osten der Provinz Lüttich wurde am Montagmorgen ein leichtes Erdbeben registriert. Laut der Königlichen Sternwarte in Belgien (KSB) hatte das Beben eine Stärke von 3,1 auf der Richterskala. Über 100 Menschen meldeten die Erschütterungen. „Aber nicht jeder wird davon aufgewacht sein“, sagte der Erdbebenforscher und Geologe Kris Vanneste gegenüber VRT NWS. Obwohl in Belgien jährlich etwa 10 Erdbeben registriert werden, ist ein Beben dieser Stärke eher ungewöhnlich.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Gegen 5 Uhr 30 am Montagmorgen bebte die Erde kurz im Hohen Venn auf dem Gebiet der Gemeinden Baelen und Jalhay zwischen Verviers und Eupen, nahe der regionalen Grenze zur Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien. Laut der Sternenwarte lag das Epizentrum in einer Tiefe von rund 18 Kilometern. Bewohner aus der Region um Jalhay, Spa und anderen Orten in der Region Verviers meldeten deutlich wahrnehmbare Vibrationen.

Laut einer Meldung des deutschsprachigen Rundfunks BRF gab es Erschütterungen auch in Eupen und Malmedy. Auf der deutschen Seite waren die Erdstöße rund um Monschau, aber auch in der Städteregion Aachen und im Kreis Düren zu spüren. Nach Ansicht der Behörden könnten insgesamt bis zu 850.000 Menschen etwas von diesem Erdbeben bemerkt haben.

„Kommt schonmal vor…“

„Eine Stärke von 3,1 ist an sich nicht allzu schlimm, aber so etwas kommt sicherlich nicht jedes Jahr vor“, erklärte der Geologe Kris Vanneste von der Königlichen Sternenwarte. Es handelt sich bei dem Epizentrum dieses Bebens offenbar um die sogenannte „Hockai-Verwerfungslinie“. Diese Linie im Osten des Landes verschiebt sich regelmäßig und verursacht dort kleinere Erdbeben, die von der Bevölkerung jedoch nicht unbedingt wahrgenommen werden. Das stärkste Beben entlang dieser Verwerfungslinie wurde 1692 in Verviers registriert und hatte eine Stärke von 6 auf der Richterskala.  

Das Beben von Montagfrüh ist bereits das vierte Beben, das die Königliche Sternwarte in diesem Jahr in Belgien verzeichnet hat. Die vorherigen Beben ereigneten sich ebenfalls in der Provinz Lüttich, genauer gesagt in Milmort (Herstal), in Eupen und in Francorchamps (Stavelot). Das letzte Mal, dass in Belgien ein Beben dieser Größenordnung wie jetzt registriert wurde, war 2018 in Kinrooi in der Provinz Limburg – auch nicht so weit von der aktuell betroffenen Region entfernt.

Aktive Erdbebenregion im Osten des Landes

Dass sich die Erde im Osten der Provinz Lüttich bewegt, ist kein Zufall. Die Region im Dreiländereck ist für ihre seismische Aktivität bekannt, obwohl es sich dabei üblicherweise um leichtere Beben mit einer Stärke von 2 oder weniger auf der Richterskala handelt.

„Im Grenzgebiet zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland gibt es eine bekannte Struktur mit aktiven Verwerfungen, wo regelmäßig Beben auftreten“, sagte Vanneste gegenüber VRT NWS: „Dieses Erdbeben ereignete sich westlich dieser Struktur, aber es besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang.“ Der BRF erinnert ergänzend daran, dass die Region Hohes Venn/Ostbelgien in einer geologisch aktiven Zone liegt, die zur sogenannten Niederrheinischen Bucht zwischen Aachen und Köln gehört. 

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