Die drei jungen Männer, die David Polfliet (damals 42 Jahre alt) vor vier Jahren in einem Park in Beveren, Ostflandern, getötet haben, wurden im Justizpalast von Gent zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt. Laut dem Schwurgericht war ein deutliches Signal notwendig, doch es lagen auch mildernde Umstände vor.
Mord an David Polfliet: Jeweils 15 Jahre Haft für zur Tatzeit minderjährige junge Männer
David Polfliets Bruder und Schwester sind mit dem Urteil und dem Bild ihres Bruders, das während des Verfahrens gezeichnet wurde, zufrieden. Er ist kein Pädophiler, sondern ein geliebter Mensch, der nun mal eben homosexuell war, so das Schwurgericht in Gent.
Das Gericht war der Ansicht, dass den drei Tätern eine klare Botschaft übermittelt werden müsse. Es berücksichtigte aber auch mildernde Umstände. Das Urteil gebe den Tätern zudem eine neue Perspektive, da sie sich in den letzten Jahren ein stabiles Leben aufgebaut hätten, hieß es in der Urteilsverkündung.
Bei der Tat handelt es sich nicht, wie ursprünglich vermutet wurde, um eine schwulenfeindliche Tat.
Sie wüssten, dass sie eine weitere Chance bekommen würden, sagten ihre Anwälte. Die drei Angeklagten bleiben in Haft. Sie hatten angegeben, die Strafe zu akzeptieren, die ihnen auferlegt werde und gehen demnach nicht in Berufung. In einigen Jahren können sie erstmals einen Antrag auf Entlassung stellen.
Hintergrund
Die jungen Männer sind inzwischen 20 und 21 Jahre alt. Sie hatten ihr Opfer im März 2021 über eine Dating-App für homosexuelle Männer in einen Park in Beveren gelockt. Dort misshandelten sie ihn und stachen mit einem Messer auf ihn ein und fügten ihm eine schwere Verletzung im Bein zu.
Kurze Zeit später wurde seine Leiche entdeckt. Die seinerzeit minderjährigen Männer gaben an, dass sie ihr Opfer nur ausrauben wollten und dass der Diebstahl außer Kontrolle geraten war. Unmittelbar nach der Tat wurden sie in der geschlossenen Anstalt Everberg bei Brüssel eingesperrt.
