Gegen 11 Uhr am Donnerstagvormittag startete der Demonstrationszug der Gewerkschaftsfront aus ACLCB (liberal), ABVV (sozialistisch) und ACV (christlich) am Brüsseler Nordbahnhof. Die Organisatoren gaben an, dass 100.000 Demonstranten in die belgische Hauptstadt gekommen seien, doch eine Schätzung der Polizei ging von rund 80.000 Teilnehmern, was wiederum den Erwartungen der Gewerkschaften entsprach. Außer einer Rangelei zwischen Polizei und linksextremen Demonstranten vor der US-Botschaft verlief die Veranstaltung ohne große Zwischenfälle.
Großdemo in Brüssel: Nationaler Aktionstag gegen die Spar- und Rentenpläne der belgischen Regierung
Die Proteste richten sich gegen die Sparpolitik und die Rentenreform. Dutzende Plakate, die ein Ende des Renteneintrittsalters ab 67 Jahre wurden verteilt und die deutliche Zielscheiben waren Premierminister Bart De Wever von den flämischen Nationaldemokraten N-VA und der Vorsitzende der frankophonen Liberalen MR, Georges-Louis Bouchez.
Demonstranten sagten, dass sie sauer seien. Vor allem die Tatsache, dass die Arizona-Regierung Wirtschaft und Industrie beschenkt würden, während Rentner und Beschäftigte die Zeche zahlen müssten, regt viele Menschen, die nach Brüssel gekommen sind, mächtig auf.
Der Wirtschafts- und Einzelhandelsverband UNIZO kritisierte derweil diese Gewerkschafts-Demonstration: „Ein weiterer schmerzlicher Tag für die belgischen Unternehmen, außer vielleicht für einige Brüsseler Cafés…“ Doch der Vorsitzende der sozialistischen Gewerkschaft ABVV, Bert Engelaar, verteidigte die Demo: „Nur so können wir weiter Druck ausüben.“
Zwischendurch kam es zu Rangeleien zwischen linksextremen Demonstranten, die skandierten "Alle hassen die Polizei" und Polizisten, doch danach ging die Veranstaltung ruhig weiter. Gegen 15 Uhr endete die Demonstration am Südbahnhof ohne weitere Zwischenfälle. Die Polizei gab allerdings an, dass 50 Personen zumindest kurzzeitig festgenommen wurden.



