Die belgische Bundespolizei beschlagnahmte im vergangenen Jahr fast 200 Mio. € von Drogenbanden. In den letzten fünf Jahren ist die Polizei bei der Aufdeckung großer Drogennetzwerke, der Festnahme von Drogenbossen und sogar deren Auslieferung aus dem Ausland - z.B. aus Dubai - deutlich erfolgreicher geworden. Dies ist auf u.a. die Entschlüsselung des verschlüsselten Kommunikationsdienstes SKY ECC vor fünf Jahren zurückzuführen, sagten Innenminister Quintin, Polizeichef Snoeck und Justizministerin Verlinden im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz (Foto).
Die belgische Polizei beschlagnahmte letztes Jahr fast 200 Mio. € an „Gewinnen“ von Drogenbanden
„Mehr als 20 % unserer Kapazitäten für strafrechtliche Ermittlungen entfallen auf Drogen“, so Belgiens Polizeichef Eric Snoeck. Drogen und Geldwäsche stehen auch bei den neu eröffneten Akten ganz oben auf der Liste. Insgesamt eröffnete die Polizei im vergangenen Jahr 4.011 neue Akten - fast 700 im Zusammenhang mit Drogen und über 800 wegen Geldwäsche.
Die vollständige Beschlagnahme aller Gewinne und kriminellen Vermögenswerte von Drogenbanden bleibe eine Herausforderung, erklärt Snoeck. Daher werde unter anderem eine Finanz- und Steuerstaatsanwaltschaft eingerichtet, die sich ausschließlich mit der Verfolgung von Drogengeldern befasse, so Innenminister Bernard Quintin (MR) und Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V).
Kriminelle müssen dort getroffen werden, wo es weh tut: Im Geldbeutel“
Belgiens Innenminister Quintin
„Wer diese Netzwerke wirklich bekämpfen will, muss nicht nur Verhaftungen vornehmen, sondern auch deren Geschäftsmodell untergraben“, so Innenminister Bernard Quintin (MR): „Kriminelle müssen dort getroffen werden, wo es weh tut: Im Geldbeutel.“ 2025 wurden auf diese Weise mehr als 195 Mio. € an kriminellen Vermögenswerten beschlagnahmt. Diese Zahl ist jedoch zu niedrig angesetzt, da verschiedene Kategorien, wie beispielsweise außergerichtliche Einigungen bei Strafverfahren, nicht berücksichtigt sind.
Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) spricht ohnehin von „der Spitze des Eisbergs“. Ziel sei, 100 Mitarbeiter für eine Abteilung zur Bekämpfung von Geldwäsche und Sozialbetrug innerhalb der Bundesanwaltschaft einsetzen zu können, erklärte Verlinden weiter: „Darüber hinaus wollen wir es ermöglichen, Vermögenswerte auch ohne Verurteilung zu beschlagnahmen.“ Damit meint sie u.a. Luxusautos, deren Anschaffungskosten weder belegt noch gerechtfertigt werden können.
