Tausende Bücher kehren in die Lakenhalle von Ypern zurück. Während der Restaurierung der Tuchhalle wurden die Bücher in das regionale Kulturerbe-Depot „Potyze“ gebracht. Die gesamte Sammlung wurde dort rund ein Jahr lang untergebracht. In der Zwischenzeit nutzten die Mitarbeiter von „Potyze“ und der in der Lakenhalle heimischen Museen die Gelegenheit, die Sammlung zu ordnen und alles zu digitalisieren.
Tausende Bücher kehren nach der Restaurierung der Lakenhalle von Ypern wieder an ihren angestammten Platz zurück: „Komplette Sammlung digitalisiert“
Rund 29.000 Bücher kehren jetzt in die Lakenhalle von Ypern zurück. Darunter befindet sich die gesamte Büchersammlung des Museums „In Flanders Fields“ zum Ersten Weltkrieg und des Museums von Ypern. „Wir mussten wegen der Restaurierungsarbeiten die Tuchhalle verlassen und daher musste auch die Sammlung mit ausziehen“, erzählte Frederik Vandewiere, der Archivar der Museen von Ypern, gegenüber VRT NWS.
„Die Bücher hier zu lassen, wäre angesichts des vielen Staubs und des Schmutzes völlig unverantwortlich gewesen. Deshalb haben wir die gesamte Bibliothek in das regionale Kulturerbe-Depot ‚Potyze‘ gebracht,“ so der Archivar. Die Bibliothek umfasst rund 29.000 Bücher sowie Fotosammlungen, Briefe, Tagebücher und Dokumente.
Die Bücher wurden dabei digitalisiert
Das Hin- und Hertransportieren von fast 29.000 Büchern ist ein Mammutprojekt, aber auch eine Chance. „Wir hatten die Möglichkeit, die gesamte Bibliothek neu zu ordnen. Das vergangene Jahr haben wir auch dazu genutzt, um die Sammlung zu digitalisieren. So wissen wir jetzt genau, welche Einrichtung („In Flanders Fields“ oder das Stadtmuseum, Red.) welche Bücher besitzt. Wir verleihen Bücher nur an unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter, nicht an Dritte.“
„Beim Besuch unseres Wissenszentrums kann jeder Fragen stellen. Die meisten Fragen betreffen Familienmitglieder aus dem Ersten Weltkrieg. Anhand der Regimentsgeschichte lässt sich feststellen, in welchem Regiment ein bestimmter Soldat gedient hat,“ so Vandewiere.
Entstanden aus einer Familiensammlung
Das Wissenszentrum entstand vor fast 40 Jahren aus der „Caenepeel“-Sammlung heraus. Das waren etwa 1.500 Bücher des Tierarztes Alfred Caenepeel. Er war Direktor des Schlachthofs von Ypern und interessierte sich sehr für den Ersten Weltkrieg und die Geschichte der Region. Erst nach der Gründung des Wissenszentrums konnte 1998 das Museum „In Flanders Fields“ eröffnet werden und 2018 nahm das Stadtmuseum in der Tuchhalle seine Arbeit auf.
„Wir planen etwa zwei Wochen ein, um alles in der Bibliothek vorzubereiten“, schätzt Vandewiere: „Am 7. April wird das Wissenszentrum an seinem ursprünglichen Standort wieder in Betrieb gehen und zugänglich sein. Jeder, der Informationen über Familienmitglieder aus der Kriegszeit sucht oder andere Fragen hat, ist herzlich willkommen.“
