Im Justizpalast von Antwerpen (Foto) sind in einem großen Drogenprozess 91 Personen verurteilt worden. Sie erhielten Haftstrafen von bis zu 13 Jahren und mehr als 45 Mio. € wurden beschlagnahmt. Das sind drastische Strafen, doch es handelt sich hier um eine große und gut organisierte Drogenbande, die nach Ansicht der zuständigen Richter eine Gefahr für die Gesellschaft darstellte.
In dem Prozess ging es um eine große und gut organisierte Drogenbande, deren Mitglieder größtenteils aus derselben türkischen Familie stammten. Die Bande, die als "Clan Y" bekannt war, soll jährlich 12 Mio. € durch das Schmuggeln von Drogen in Containern verdient haben, die stets an Kai 1 im Hafen von Antwerpen bereit zum Abholen der "Ware" standen.
Die vier Anführer der kriminellen Organisation wurden zu Haftstrafen zwischen 10 und 13 Jahren und Geldstrafen zwischen 80.000 und 120.000 € verurteilt. 83 weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen von bis zu neun Jahren und Geldstrafen. Zehn von ihnen wurde zudem ihre Berufsausübung untersagt. Zwölf Angeklagte wurden freigesprochen.
Die Bandenchefs wuschen das Geld in der "legalen" Wirtschaft, wandten Gewalt an und bestachen Polizisten und Beamte, um sich deren Unterstützung zu sichern. Sogar ein Geistlicher aus der assyrisch-christlichen Kirche soll mit ihnen kooperiert haben.
Das Gericht urteilte, dass die Bande eine ernsthafte Bedrohung für den Staat, die Gesellschaft und die Rechtsstaatlichkeit darstellte. Daher wurde niemand mit Vergünstigungen wie gemeinnütziger Arbeit oder Strafaussetzung rechnen können.
