Während traditionelle Nachrichtensender allmählich an Bedeutung verlieren, erfreut sich das Radio in Flandern weiterhin bemerkenswerter Beliebtheit. Laut dem aktuellen Digimeter hören 82 % der Flamen Radio - 60 % davon hören Radio täglich. Damit bleibt Radio einer der stabilsten Medienkanäle in einer sich rasant verändernden digitalen Medienlandschaft.
Digimeter 2025 – Das Radio bleibt in Flandern überraschend beliebt - Traditionelle Nachrichtensender verlieren an Bedeutung
Professor Lieven De Marez, Forschungsdirektor am Technologiezentrum IMEC in Löwen und Professor an der Universität Gent (UGent), bestätigt dies: „Radio ist nach wie vor unglaublich stark. 82 % der Flamen nutzen Radio, und diese Zahl liegt immer noch bei über 60 % täglich. Und daran wird sich kaum etwas ändern.“
Neben dem Radio wächst auch der Audiokonsum über digitale Plattformen. Laut Digimeter, die jährlichen Mediennutzungsstudie von IMEC in Flandern, nutzen 68 % der Flamen Audio-Streaming-Dienste. Spotify (64 %) und YouTube (43 %) sind hierbei besonders beliebt. Auch Podcasts gewinnen an Popularität. 33 % der Flamen hören aktiv Podcasts – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Erhebungen.
Laut De Marez lässt sich Radio problemlos mit anderen Aktivitäten kombinieren, beispielsweise im Auto oder am Arbeitsplatz. Neue Audioformate wie Streaming und Podcasts ergänzen das Radio oft, statt es zu ersetzen. Daher bleibt das Radio für viele Flamen ein fester Bestandteil des täglichen Medienkonsums, während digitale Audioformate das Angebot mit On-Demand-Inhalten erweitern.
Künstliche Intelligenz
Der flämische Digimeter untersuchte auch den Gebrauch von Künstlicher Intelligenz (KI). Vier von zehn Flamen sind bereits an das Arbeiten mit KI-Anwendungen gewöhnt, beispielsweise über ChatGPT oder Copilot. Sie nutzen die Technologie mehrmals im Monat. Sie nutzen KI vor allem, um ihre Arbeit besser oder schneller zu erledigen.
Gleichzeitig gibt es aber auch viele Bedenken, so Professor De Marez: „Wir sind sehr gespannt. Gleichzeitig sagt aber jeder dritte erwerbstätige Flame: ‚Ich spiele eigentlich nur Fangen, ich habe keine Ahnung, was ich da tue.‘“ Unter Studierenden ist das jeder Fünfte. Diese Menschen brauchen Schulungen. Diese sind aber nicht immer verfügbar.“
Weniger als die Hälfte der Flamen erhält ein entsprechendes Unterstützungs- oder Begleitprogramm. Prof. De Marez ist davon überzeugt, dass KI-Kompetenz heute unerlässlich wird: „Ich denke, das ist eine zentrale Aufgabe für Politik und Bildung. Man denke nur an Medienkompetenzprogramme für Lehrkräfte.“
