Am Wochenende wurden mit 2 Flügen aus dem Nahen Osten nach Brüssel etwa 250 belgische Urlauber und einige Personen aus anderen europäischen Ländern aus der Krisenregion zurückgeholt. Eine Maschine war ein Charterflug von Cyprus Airways aus Richtung Dubai. Auch in Asien sitzen belgische Touristen fest, die durch die Sperrung des Luftraums über dem Kriegsgebiet am Golf an der Rückreise nach Belgien gehindert werden. Einige Belgier sind auch im Libanon gestrandet, wo es israelische Angriffe gegen die Hisbollah gibt. Hier wird die Lage genau beobachtet. Inzwischen wird auch Kritik an der Vorgehensweise der belgischen Behörden laut, doch die Rückführung sei Komplex, so Belgiens Außenminister.
Am Wochenende wurden hunderte Belgier aus dem Krisengebiet im Nahen Osten ausgeflogen – Landsleute sitzen auch in Asien und im Libanon fest
Am Sonntagabend landete eine Maschine mit 162 Belgiern und einige anderen Personen aus der EU in Brüssel. Am Samstag brachte ein Flugzeug aus Muscat im Oman 195 Belgier und weitere EU-Bürger nach Brüssel. Diese waren zuvor mit Bussen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Oman gebracht wurden.
Einige der Rückkehrer gaben bei der Ankunft in Brüssel an, einige Tage lang sehr nahe an einem Krieg gewesen zu sein und gaben zu bedenken, dass die Menschen in Gaza und in der Ukraine jeden Tag damit konfrontiert zu sein…
Am Montagmorgen sollen zusätzlich noch Landsleute mit 2 belgischen Transportmaschinen vom Typ A400M von Dubai nach Hurghada in Ägypten gebracht werden, von wo aus die Betroffenen mit Chartermaschinen nach Belgien gebracht werden. Dies soll etwa 130 Personen betreffen. Auch am Dienstag soll noch ein solcher Flug durchgeführt werden.
Damit sollen so gut wie alle Belgier, die dies beantragt haben, von den Landesbehörden aus dem Krisengebiet ausgeflogen sein – rund 900 an der Zahl, wie das Außenministerium wissen lässt. Allerdings ist noch ein weiterer Flug geplant, mit den Personen aus anderen europäischen Ländern über Brüssel nach Europa gebracht werden wollen.
Belgien beobachtet die Lage auch im Libanon - Kritik am Einsatz
Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) erklärte gegenüber dem VRT-Sender Radio 1, dass der Luftraum dort weiterhin offen sei: „Wir beobachten die Lage stündlich. Bislang ist es jedoch nicht notwendig, Rückführungen zu organisieren. Belgier, die dies wünschen, können weiterhin ihre Flüge selbst buchen. Wir beobachten die Situation aber genau.“
Zahlreiche Reisende und die Opposition im belgischen Bundesparlament kritisierten den Rückführungsprozess, der recht langsam verläuft. Prévot zeigte Verständnis für die Kritik, wies aber darauf hin, dass „solche Operationen komplex sind“. Der Minister hält die Kostenbeteiligung der belgischen Touristen an der Rückführung für angemessen: „Rückführung ist kein Recht, sondern eine angebotene Dienstleistung. Auch in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland werden Gebühren verlangt.“
Aufgehalten in Fernost
Auch in einigen asiatischen Ländern sitzen Touristen aus Belgien bzw. aus Europa wegen des Krieges in der Golfregion fest. Das liegt daran, dass Maschinen von dort aus durch den Luftraum des Nahen Ostens fliegen müssen. Das ist derzeit nicht möglich und deshalb müssen die Flugzeuge enorme Umwege fliegen. Flüge von und nach Sri Lanka z.B. wurden deshalb gestrichen.
Inzwischen sind die Preise für Flugtickets von dort aus nach Belgien/Europa enorm teuer geworden, wohl auch wegen der großen Nachfrage. Eine Frau aus Flandern startete eine Art Crowdfunding, um sie und ihre Familie sowie zahlreiche andere Betroffene mit einem eigens gecharterten Flugzeug nach Europa zu bringen. Die Initiatoren wollen über 360.000 € zusammenbringen, um ihre Heimreise selbst zu organisieren.
Für das belgische Außenministerium sind Rückholaktionen von Urlaubern aus Asien derzeit keine Option. Für die hiesigen Behörden haben die Urlauber Priorität, die im Krisengebiet um den Irankrieg festsitzen.
