Der Minenräumdienst der belgischen Armee, DOVO und der Hochspannungs-Netzbetreiber Elia werden ab Montag 12 deutsche Seeminen in der Nordsee räumen. Die deutschen Minen aus dem Zweiten Weltkrieg stellen eine Gefahr für die Vorbereitungsarbeiten zum Bau der Prinzessin-Elisabeth-Insel dar, der künstlichen Energieinsel, die Elia errichtet.
DOVO und Elia räumen 12 deutsche Seeminen vor dem Bau einer Energieinsel in der Nordsee
Die Minenräumung sei ein „komplexer Einsatz zu Wasser und an Land“, teilte Elia in einer Pressemitteilung mit: „Verbleibende Sprengstoffe könnten eine Gefahr darstellen, wenn Elia künftig Stromkabel im Meeresboden verlegt, um grüne Energie aus der Nordsee an Land zu bringen.“
Die im Meeresboden befindlichen Sprengstoffe, vornehmlich deutsche Seeminen aus dem Zweiten Weltkrieg, werden zur weiteren Analyse, Neutralisierung oder kontrollierten Sprengung - je nach Vorhandensein von Sprengladung oder Zünder - an den Strand von Wenduine gebracht (Foto oben). Während der Arbeiten wird am Strand und in den Dünen eine 500 Meter breite Sicherheitszone eingerichtet. Die Arbeiten sollen vor dem Sommer abgeschlossen sein. Es kann zu vorübergehenden Verkehrsbehinderungen und Störungen im Fahrplan der Küstentram kommen.
Die 45 Kilometer vor der Küste gelegene Energieinsel wird den von Offshore-Windparks erzeugten Strom bündeln und an Land transportieren. Die Installation der Senkkästen, der Betonkonstruktionen, begann im letzten Jahr. Elia sucht seit dem letzten Sommer den Meeresboden nach verbliebenen Seeminen ab. Bei einer kürzlich durchgeführten Operation wurden 12 Sprengkörper entdeckt.
Für Geschichtsinteressierte
Es handelt sich bei diesen Minen um die sogenannte „Küstenmine A“, auch bekannt als KMA-Mine oder Kathy-Mine (Fotos unten). Diese Seemine sollte eine alliierte Invasion vom Meer aus verhindern. Sie besteht aus rechteckigen Betonblöcken, die jeweils 50 Kilogramm des Sprengstoffs Hexanit enthalten, was 80 Kilogramm TNT entspricht. Auf der Mine wurde eine Konstruktion mit einer schwimmenden Leine platziert, die sich um Schiffsschrauben wickeln konnte, womit sie auch so unter den Schiffen zur Explosion gebracht werden konnten.
